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Prozess

Sabotage im Feld: Maishäcksler-Prozess ist gestartet

Anschlag auf Maishäcksler
Ludwiga Friedl
Ludwiga Friedl
am Donnerstag, 12.05.2022 - 16:54

Sabotage in Maisfeldern bereitete vielen Landwirten in Mittelfranken Sorge. Nun hat das sogenannte Maishäckslerverfahren begonnen. Doch der Prozess gestaltet sich schwierig.

Neustadt/Aisch - Sabotage in mehreren Maisfeldern wird einem mittelfränkischen Brüderpaar zur Last gelegt. Zum heutigen Prozessauftakt (12.5.) ist aber nur der Jüngere vor dem Amtsgericht in Neustadt/Aisch erschienen. Der 68-Jährige hatte das Gericht schon einmal versetzt und nun ein Attest vorgelegt. Deshalb wurde das Verfahren getrennt, wie der Pressesprecher des Gerichts erklärte. Der 63-jährige Angeklagte ließ über seinen Anwalt mitteilen, er sei schwerhörig und könne dem Prozess nicht folgen. Doch weil er sich noch am Tag zuvor problemlos mit einem Gutachter verständigen konnte, ließ sich die Richterin davon nicht beeindrucken.

Insgesamt hätten sie einen Schaden von über 90.000 € herbeigeführt, wird ihnen von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen. Über 80.000 € macht allein der Schaden an den Messern und am Wurfgebläse eines Maishäckslers aus, der einen Aluminiumblock erfasst hatte, den die beiden Brüder offenbar vor dem 21.September 2019 in einem Maisfeld bei Schellert, einem Gemeindeteil von Neustadt/Aisch, mit Panzertape an einer Maispflanze befestigt haben sollen. Zuvor war bei Hagenbüchach ebenfalls ein Maishäcksler beschädigt worden.

Einen gemeinsamen Tatplan gefasst

In der Anklageschrift heißt es: „Im Zeitraum Mai 2019 bis September 2019 legten die Angeschuldigten aufgrund eines zuvor gefassten gemeinsamen Tatplans im Raum Neustadt a.d. Aisch mehrfach Gegenstände auf landwirtschaftlich genutzten Feldern, insbesondere Maisfeldern, aus ...“ Sie hätten Gegenstände deponiert, „um dadurch den jeweiligen landwirtschaftlichen Maschinen bei Inbetriebnahme Beschädigungen zuzufügen“. Hierbei nahmen die Angeschuldigten die jeweiligen Schäden an den landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten zumindest billigend in Kauf.

Weil die Metalldetektoren der Maishäcksler angeschlagen hatten, wurden weitere schlimme Schäden verhindert. Und es wurden beispielsweise Nägel in Maiskolben entdeckt.

Geschädigt wurde im Juli 2019 aber auch der Besitzer eines Mähdreschers, in den Eisenstäbe gehängt worden seien. Hier wurde das Mähwerk beschädigt. Kostenpunkt: 3932,30 €

Zeugen werden vernommen

Zu einem nicht mehr konkret feststellbaren Zeitpunkt vor dem 8. September 2019 hatte Quarzsand in einem Blockheizkraftwerk in Emskirchen zu einem Kolbenfresser geführt. Die Schadenshöhe lag hier bei rund 30 000 €.

In den zehn Fällen hatten DNA-Spuren zu den beiden Brüdern geführt. Laut Polizeibericht sollen sie in Wilhermsdorf im Landkreis Fürth ansässig sein. Ein Urteil wird nicht vor dem 19. Mai erwartet. Derzeit werden noch Zeugen vernommen.