Kampagne

Rücksicht macht Wege breit

Hinweisschild Sylvia-Stadion
Gabi Bertram
am Montag, 05.07.2021 - 14:35

Der BBV Coburg wirbt für ein vernünftiges Miteinander in der Feldflur. Flyer und Hinweisschilder sollen sensibilisieren.

Coburg Mit einer neuen Kampagne unter dem Motto „Rücksicht macht Wege breit“ will der BBV Coburg um ein respektvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer auf land- und forstwirtschaftlichen Erschließungswegen werben und an die Vernunft appellieren. Flyer und Hinweisschilder sollen sensibilisieren.

Wenn Bulldog, Schlepper oder Mähdrescher zu Pflege- und Erntearbeiten zu den Feldern fahren, kommen sie nicht selten in Konflikt mit Freizeitradlern, Wanderern oder Autofahrern. Tonnenschwer, können die Riesen auf den Wirtschaftswegen nicht ausweichen, ohne Gefahr zu laufen, auf Banketten oder gar im Graben zu landen. Da mal kurz vom Rad zu steigen, am Wegesrand Halt zu machen, sollte eigentlich kein Problem und Gebot der Vernunft sein.

Für Rücksichtnahme werben

Aber was Bernd Reisenweber, Bürgermeister in Ebersdorf, und Gernot Lindner, Landwirt und Vorstand der Jagdgenossenschaft Frohnlach, da manchmal erleben, spottet jeder Vernunft. Mit einer neuen Kampagne will der BBV Coburg nun für gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer auf landwirtschaftlichen Wirtschaftswegen werben und ist in Ebersdorf an den Start gegangen.

Im Prinzip, sagt Bürgermeister Reisenweber, wäre das doch ganz einfach, wenn das allgemeine Seefahrtsrecht gelten würde: Kleinere Fahrzeuge weichen den Großen aus, weil die wendiger sind. Leider auf dem Lande weit gefehlt. Dabei, erklärt Kreisobmann Martin Flohrschütz, fahren die Bauern schließlich nicht aus Spaß mit ihren großen Maschinen raus. Feld- und Wiesenwege führen die Landwirte zu ihren Äckern, Wiesen und Wäldern, wo das Futter für die Nutztiere wächst und hochwertige Nahrungsmittel produziert werden. „Große Maschinen können auf Grund ihrer enormen Achslasten nicht ausweichen, ohne Gefahr zu laufen, Schäden zu verursachen oder zu erleiden“, sagt Flohrschütz.

Wirtschaftswege werden oft von Radfahrern frequentiert, weiß auch Heidi Bauersachs. Sie fügt hinzu, dass es viele vernünftige Radfahrer oder Wanderer gebe, die kurz am Rand anhalten und den Schlepper oder Mähdrescher passieren lassen. Aber es gebe noch ein anderes Problem: Oftmals stellen Bürger ihre Autos an Wegeeinfahrten ab, die dann ein Wendemanöver für große Maschinen unmöglich machten. Landwirt Gernot Lindner erklärt, dass es die Landwirte sind, die zum großen Teil Wegebau und Instandsetzung mit finanzieren. Beispielsweise würde die Jagdpacht auf Beschluss der Jagdgenossenschaft alljährlich in den Wegebau investiert, was schließlich allen zugutekomme.

Auf den Wegen bleiben

Die Kampagne geht noch weiter. Auf dem Hinweisschild wird auch darum gebeten, auf den Wegen zu bleiben, weder Äcker noch Wiesen zu betreten, keine Hundekot-Tütchen oder Müll liegen zu lassen. Das Betreten der Vegetation, darauf macht Kreisgeschäftsführer Hans Rebelein aufmerksam, sei ab dem 1. April ohnehin verboten.