Rinderhaltung

Rückgang beim Zuchtviehverkauf

Rinderzucht
Fritz Arnold
am Freitag, 17.01.2020 - 07:21

Rinderzuchtverband Franken zieht auf verschiedenen Versammlungen Bilanz.

Dettelbach/Lks Kitzingen und Triesdorf/Lks. Ansbach - Nach drei Jahren mit Spitzenergebnissen hat Rinderzuchtverband Franken bei seinen Mitgliederversammlungen auf einen dramatischen Rückgang beim Verkauf von Zuchtvieh zurückgeblickt. Verbandsgeschäftsführer Werner Hauck und Vorsitzender Lothar Ehehalt kritisierten mit deutlichen Worten die Vorgänge um die Blauzungenkrankheit.

Obwohl bei keinem einzigen der 50 000 in Bayern untersuchten Tiere Erreger gefunden wurden, führten die auferlegten Restriktionen dazu, dass 3500 Kälber nicht verkauft werden konnten. Insgesamt ging der Umsatz um 23 % auf 17,1 Mio. zurück. Im Vorjahr waren es noch 22,4 Mio..

Kritik am Umweltministerium

Auf völliges Unverständnis stieß bei den Fleckviehzüchtern und der Verbandsspitze, dass alle Bemühungen für praxisgerechte Lösungen beim Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems ebenso scheiterten, wie bei Berliner Regierungsstellen. Hauck sprach von einem „Versagen des Umweltministeriums“, das die Mitgliedsbetriebe über vier Millionen Euro kostete.

Dass kaum Impfstoff zur Verfügung stand, lag unter anderem daran, dass vorhandene Bestände noch im September 2018 größtenteils vernichtet werden mussten und die vorhandenen Dosen in die Impfgebiete in Frankreich und nach Baden-Württemberg gingen, wo in einigen Fällen BT8-Viren nachgewiesen wurden.

Kritik am fehlenden Rückhalt

Neben dem Inlandsverkehr, erlebte zuletzt auch der Export einen weiteren Einbruch. Hauck kritisierte in diesem Zusammenhang den Umgang der Medien mit der Landwirtschaft und den fehlenden Rückhalt von politischer Seite.

Zudem kritisierte Vorsitzender Ehehalt den enormen Kontrollwahn in Deutschland, während mit dem Mersocur-Abkommen tausende Tonnen Rindfleisch nach Deutschland gelassen werden sollen, welches in Feedlots produziert und teils auch noch Regenwald gerodet wird.

Zufrieden mit den Großviehmärkten

Den Einbruch beim Verkauf von Kälbern und Exporttieren konnten Steigerungsraten bei Bullen, Jungkühen, Kalbinnen und Jungkühen nicht ausgleichen. Verkauft wurden bei den Auktionen 472 Bullen zum Durchschnittspreis von 3326 €, 1347 Jungkühe (1553 €), 383 Kalbinnen (1379 €) und 1796 Jungrinder (677 €). Die Zahl der versteigerten Kälber reduzierte sich um 3509 auf 26 244 Stück. 382 Kalbinnen wurden für durchschnittlich 1379 € in sieben Länder exportiert. So zeigte sich der Verband mit dem Verlauf der Großviehmärkte in Ansbach und Dettelbach insgesamt zufrieden.