Forst

Riesige Holzlager zeigen die Dramatik des Waldsterbens

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Fritz Arnold
am Montag, 23.09.2019 - 11:51

Im westlichen Mittelfranken lagern derzeit zwischen 15 000 und 20 000 fm Fichtenholz.

Bad Windsheim Wer bisher kaum Gelegenheit hatte, die Dramatik des tausendfachen Sterbens von Bäumen in den Wäldern wahrzunehmen, dem wird dies jetzt bei Autofahrten durch die Region deutlich. An sieben Trockenlagerplätzen im westlichen Mittelfranken lagern derzeit zwischen 15 000 und 20 000 fm Fichtenholz. Diese Stämme mussten aus den Wäldern geschafft werden, um einer weiteren Ausbreitung des Schädlingsbefalls entgegen zu wirken.

Die riesigen Zwischenlager, die es in dieser Form noch nie gegeben hat, waren deshalb notwendig geworden, weil die Sägewerke nicht in der Lage sind, die großen Holzmengen aufzunehmen. Denn der Schadholzanfall ist nicht nur wegen der Trockenheit enorm. Der Holzmarkt war schon im Winterhalbjahr wegen großer Sturmschäden in den Wäldern Südtirols, Tschechiens und Nordrhein-Westfalens an die Grenze der Aufnahmefähigkeit angelangt. Nun kamen die Trockenschäden an den Kiefern und der Borkenkäferbefall an den Fichten hinzu.
Die größten Holzstapel lagern derzeit an der Bundesstraße 470 nahe Lenkersheim. Die dortigen rund 5000 fm kommen teils aus dem Staatsforst und dem Stadtwald von Bad Windsheim. Bei Neustetten in der Gemeinde Flachslanden sind derzeit rund 2000 fm Fichtenholz gelagert. Weitere große Lagerplätze befinden sich nach Angaben von Daniel Engelhard, dem stellvertretenden Leiter des Forstbetriebes Rothenburg bei Arberg, am Ostheimer Berg nahe Wörnitz, bei Endsee, Langenzenn und Hirschlach.
Die Gesamtmenge der an den Straßen aufgetürmten Holzmengen schwanken laut Daniel Engelhard ständig. Einerseits komme neues eingeschlagenes Käferholz aus den Wäldern hinzu, es werde aber auch immer wieder Holz zu Sägewerken gefahren, wenn dort Platz vorhanden ist. Laut Engelhard wird das lagernde Fichtenholz überwiegend zu Spanplatten verarbeitet werden.