Vermarktung

Regionales liefern lassen

HofladenBOX_LF
Lorenz Märtl
am Donnerstag, 20.08.2020 - 10:29

Die Hofladenbox ist in Zeiten von Corona stark nachgefragt. Über 50 Erzeuger aus der Region bieten je nach Saison über 1000 Produkte an.

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Die regionale Wertschöpfungskette gewann in Zeiten von Corona an Bedeutung. Die Verbraucher legten mehr Wert auf heimische Produkte und kauften das, was es vor ihrer Haustüre gab. Das hat sich auch bei der Hofladenbox gezeigt, einem 2018 von Birgit Wegner und Mareike Schalk gegründeten Online-Marktplatz, auf dem heute mehr als 50 Erzeuger aus der Region, je nach Saison weit über 1000 Produkte verkaufen. „Gemeinsam mit unseren Erzeugern, Bauern, Bäckern, Metzgern haben wir geackert, um nahezu Unmögliches möglich zu machen“, so Wegner.

Teilweise stieg die Nachfrage auf das Fünffache. Binnen kürzester Zeit musste man zusätzliches Personal einstellen, Hygienekonzepte erarbeiten, Versand- und Kühlmaterial organisieren.

Weiterhin höheres Niveau als vor Corona

„Aber der große Boom ist vorbei“, bedauert die Unternehmerin. „Jetzt, wo das Leben wieder normaler stattfindet, wo jeder wieder fast wie gewohnt agieren kann, geht die Nachfrage deutlich zurück, liegt aber nach wie vor auf einem höheren Niveau als vor Corona.“

Bundeslandwirtschaftsminister a. D., MdB Christian Schmidt und die Europaabgeordnete Marlene Mortler informierten sich nun in Stein-Oberweihersbuch im Landkreis Fürth über das Konzept. Sie tauschten sich mit der Gründerin und Erzeugern, die die Plattform nutzen, aus.

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„Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie systemrelevant die regionale Erzeugung und Vermarktung von Lebensmitteln für unsere Bevölkerung ist. Es kommt nun darauf an, dass wir bei den Verbrauchern ein dauerhaftes Umdenken erreichen, sodass unsere regional erzeugten Lebensmittel, die Leistung der Bauern und unsere Ernährungswirtschaft sowie unser Lebensmittelhandwerk wieder mehr Wertschätzung erfahren“, waren sich Schmidt und Mortler einig. Wer regionale Produkte kaufe, unterstütze die Erzeuger vor Ort, und stärke die Region. Man müsse dem Verbraucher aber auch deutlich vor Augen führen, dass Herkunftssicherheit und Geschmack ihren Preis haben.

Die Idee für die Hofladenbox entstand aus dem täglichen Leben zweier berufstätiger Mütter, die es problematisch fanden, regionale Lebensmittel von kleinen Erzeugern zu finden und mit wenig Zeit einzukaufen. Mit viel Herzblut entwickelten sie ein Konzept für eine Internet-Plattform, die dem Verbraucher einen einfachen Zugang zu regionalen Produkten sowie dem Erzeuger einen neuen Marktzugang ermöglicht, ohne lange Transportwege und in möglichst umweltfreundlicher Verpackung. Das Angebot der Hofladenbox soll sowohl den wöchentlichen Einkauf von Grundnahrungsmitteln, aber auch den sporadischen Einkauf von Spezialitäten oder Geschenkideen abdecken, wobei man Wert auf Fair-Trade-Produkte legt.

Abholen oder bequem nach Hause liefern lassen

Die Anbieter erhalten direkt die jeweilige Bestellung und stellen diese individuell für den Kunden zusammen. In der Packstation wird alles koordiniert und für die direkte Lieferung an die Haustüre oder zu einer Abholstation fertig gemacht. Geliefert wird zweimal wöchentlich, Dienstag und Freitag.
Das Liefergebiet erstreckt sich aktuell auf den Landkreis Fürth, die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie Bereiche von Herzogenaurach und Schwabach. Begeistert sind auch die Kunden: „Die Auswahl und Qualität ist erstklassig, Bestellung und Lieferung absolut unkompliziert und reibungslos.“