Erntepressegespräch

Der Regen hat der Natur gut getan

Ernte-Fürth_LF
Fritz Arnold
am Freitag, 20.08.2021 - 11:38

Als gut wurden beim Erntepressegespräch im Kreis Fürth die Erträge für Triticale sowie Winterweizen bezeichnet.

Ammerndorf/Lks. Fürth Drei Jahre lang hatte Kreisobmann Peter Köninger beim Erntepressegespräch des Bauernverbandes zu klagen, dass es zu heiß und zu trocken war. Diesmal hat es nun genügend geregnet und richtig gutes Erntewetter ließ auf sich warten. Er stellte aber auch fest, dass der Regen der Natur gut getan habe, denn der Wald brauche Wasser ohne Ende.

Wie Gerd Düll, der neue Chef des zusammengelegten Amtes Fürth-Uffenheim, erklärte, war man zunächst zu trocken aus dem Winter in das kälteste Frühjahr seit 30 Jahren gekommen. Hätte es dann nicht ab Mai reichlich geregnet, hätte dies erneut eine schlechte Ernte bedeutet. Johannes Strobl, der Getreideexperte im BBV-Kreisvorstand aus Greimersdorf, teilte mit, dass sich die Niederschläge von Jahresbeginn bis Mitte Juli mit 380 l/m2 in seinem Heimatort im langjährigen Mittel bewegen. Bei sehr unterschiedlichen Regenmengen von Ort zu Ort werde deutlich, dass Wasser Fluch oder Segen sein könne.

Schwärzepilze bereiten Sorgen

Als gut wurden die Erträge für Triticale, die überwiegend als Ganzpflanzensilage in Biogasanlagen geht, sowie Winterweizen bezeichnet. Für Weizen werden 17 Euro bei Brotweizen und 16 Euro bei Futterweizen erwartet. Sorge bereitet es jedoch, dass Schwärzepilze bei weiteren Regenfällen weiter zunehmen und ob der Eiweißgehalt angesichts der reduzierten Stickstoffdüngung aufgrund der Düngeverordnung ausreichend sei. Als gut werden ebenfalls die Ernteaussichten bei Silomais eingeschätzt, der im Landkreis Fürth nicht so wie in den schweren Lagen kaum unter dem kalten Frühjahr und der späteren Nässe gelitten hat.

Die Erträge auf den Wiesen am Betrieb von Sven Leber und Gerhard Brunner, bei denen die Erntevorschau stattfand, wurden auch als gut befunden. Kreisobmann Köninger nennt das Grünland als den wichtigsten Eiweißlieferanten in der Rinderfütterung. Wichtig sei es, dass Wiesen unterschiedlich und an den Standort angepasst bewirtschaftet werden. Wer die Störche beobachtete, sehe, dass diese auf gemähten Wiesen und nicht im hohen Gras Frösche und Mäuse fangen.

Ärger mit dem Biber

Wenn Biber großflächig Wiesen aufstauen und nur noch Sauergräser wachsen, dann sei damit niemanden gedient. „Keiner will die Biber ausrotten, aber wir müssen auch ernten können“, sagte Köninger. Es müsse möglich bleiben, Gänse und Mäuse bekämpfen zu können. Nicht bewirtschaftete Wiesen, die mit Schilf zuwachsen, werden sich wohl nur wenige in der Gesellschaft wünschen, vermutet Köninger.