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Maschinenring

Raus aus der Opferrolle

MR-Franken-Mitte-NEA_LF
Fritz Arnold
am Dienstag, 14.04.2020 - 09:14

Ein Allgäuer Landwirt spricht beim MR Franken-Mitte.

Ipsheim/Lks. Neustadt/Aisch-Bad Windsheim Dass es im Jahr 2019 wieder etwas mehr regnete, schlug sich auch in den Umsätzen des Maschinenrings Franken-Mitte (MR) nieder. Wie Vorsitzender Herbert Weigand und Geschäftsführer Manuel Burger berichteten, stieg der Verrechnungswert pro Mitglied von 161,76 € auf 178 € und je Hektar auf 6826 € (Vorjahr 6104 €). Damit wurde wieder das Niveau von vor zwei Jahren erreicht.
Der Gesamtumsatz der landwirtschaftlichen Selbsthilfeorganisation mit 1630 Mitgliedern stieg von 10,14 Mio. € auf 11,127Mio. €. Den größten Anteil davon haben die Bereiche Futterbau und Strohernte mit 3,2 Mio. € (Vorjahr 2,49 Mio. €). Auf den folgenden Plätzen liegen die Schleppereinsätze mit 1,27 Mio. € und die organische Düngung mit 1,253 Mio. €.

Geschäftsbesorgung für andere

Einen wichtigen Anteil bei der Ringarbeit nimmt laut Burger die Geschäftsbesorgung für die Zuckerrübenanbaugemeinschaft mit 450 Gesellschaftern und 2461 ha Anbaufläche ein. Dabei wurden 65000 Einsatzstunden geleistet.

Bei den gewerblichen Aktivitäten reichen die Angebote vom Winterdienst mit 4100 Einsätzen, Mäharbeiten (119 Objekte), Trassenpflege, Pflanzarbeiten und der Wegepflege bis hin zu den kompletten Außenanlagepflegearbeiten. Auch die pestizidfreie Unkrautbekämpfung mit Heißwasser ist im Angebot.
Als unersetzlich bezeichnete Geschäftsführer Burger die Betriebshilfe. Die Zahl der Einsatzstunden erhöhte sich von 101 175 auf 116 011. Hierfür werden stets Kräfte gesucht. Die von haupt- und nebenberuflichen Helfern geleisteten Dienste belaufen sich auf umgerechnet 72 Vollzeitarbeitskräfte.

Junge Landwirte stehen auf

Vorsitzender Weigand begrüßte es, dass viele junge Landwirte „aufgestanden sind“, um sich über Demonstrationen zu Wort zu melden. Burger sprach die roten Gebiete an. Um die Verlauste auszugleichen, die durch die auf 80 % des Bedarfs reduzierte Düngung entstehen, müssten die Erzeugerpreise um 25 % steigen, rechnete er vor.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Hans Herold unterstützte in einem Grußwort die Argumentation und zeigte kein Verständnis dafür, dass beim Anbau von Zwischenfrüchten im Herbst nicht mehr gedüngt werden dürfe.
Mit einer Urkunde wurde Gerhard Haag (Ulsenheim) für seine 19-jährige Tätigkeit als Vorsitzender zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Dr. Walter Pfadler nannte Haag in der Laudatio einen Teamplayer, der mit seiner Fähigkeit auf Menschen zuzugehen, unwahrscheinlich viel erreicht habe.

Heraus aus der Blase

„Wer wehleidig klagt, kann nicht gestalten.“ Das war einer der Schlüsselsätze im Vortrag von Alois Wohlfahrt. Der Landwirt, Philosoph und „Netz-Landwirt“ aus dem Allgäu ermunterte seine Zuhörer aus der „Blase der landwirtschaftlichen Betrachtung“ und ihrer Opferrolle herauszutreten. Er riet seinen Berufskollegen positiv und konstruktiv auf die Kritiker zuzugehen.

Jeder Mensch brauche Anerkennung, mahnte Wohlfahrt. Und diese beruhe auf Gegenseitigkeit. Deshalb empfahl er in der Öffentlichkeitsarbeit eine Synchronisation der Gemeinsamkeiten. Denn die Bauernkultur sei etwas Verbindendes in der Gesellschaft. Dies gelte es zu erhalten.