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Entwicklung

Raps leistet wichtigen Betrag zum Klimaschutz

Rapsanbau-Oberfranken(shf)_LF
Stephan Herbert Fuchs
am Samstag, 05.06.2021 - 06:29

Viele Bauern suchen nach Alternativen zum Raps. Dennoch bleibt Raps eine attraktive Marktfrucht für fränkische Betriebe. Das hat mehrere Gründe.

Ebensfeld/Lks. Lichtenfels Der erste Eindruck täuscht: Auch wenn so viele Felder leuchtend gelb blühen, Raps ist auf dem absteigenden Ast. Wurde vor zehn Jahren in Oberfranken noch auf rund 21 000 ha Raps angebaut, waren es vor zwei Jahren nur noch 9800 ha. Auch wenn es derzeit wieder bergauf zu gehen scheint und bezirksweit wieder auf fast 14 000 ha Raps zu finden ist, suchen viele Bauern nach Alternativen. Das hat Klaus Siegelin, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsraps in Oberfranken und stellvertretender BBV-Kreisobmann von Kronach, bei einem Pressetermin auf Gut Ummersberg bei Ebensfeld festgestellt.

Die Gründe für den Rückgang sind vielschichtig. An erster Stelle steht dabei nach den Worten Siegelins der Preisverfall. Dazu kämen die schlechten Ernten aufgrund der Trockenheit in den zurückliegenden Jahren und auch das fehlende Verständnis in der Bevölkerung, dass Raps so intensiv bearbeitet werden muss. Siegelin bedauerte, dass die nur noch eingeschränkten Möglichkeiten im Pflanzenschutz den Rapsanbau unattraktiv gemacht hätten.

Globale Nachfrage steigt an

Immerhin in Sachen Preis hatte Torsten Gunselmann, Geschäftsführer der gut 600 Mitglieder starken Erzeugergemeinschaft, gute Nachrichten. Waren es zuletzt nur mehr 35 bis 36 € pro Dezitonne, könnten die Bauern heuer mit rund 50 €/dt rechnen. „Damit ist und bleibt Raps eine interessante und wirtschaftliche Marktfrucht für viele fränkische Betriebe“, betonte Gunselmann. Zurückzuführen ist der bessere Preis sowohl auf zu erwartende globale Nachfragesteigerungen, als auch auf die höheren Erträge, mit denen Experten aktuell rechnen. Grundsätzlich komme Raps sehr gut mit den klimatischen Bedingungen und Standortvoraussetzungen in Oberfranken zurecht, sagte Gunselmann. Allerdings hätten viele Tierhalter aufgrund der Trockenheit die schlechten Erträge im Futterbau durch eine Reduzierung des Rapsanbaus ausgleichen müssen.

Dennoch bleibe der Raps in vielen Betrieben ein wichtiger Bestandteil der mehrgliedrigen Fruchtfolge. Zum einen sorge der Raps mit seiner tiefen Wurzelbildung für eine Durchlüftung und Lockerung des Bodens, zum anderen werde die biologische Aktivität des Bodens gefördert und der Verbleib von Wurzeln und Stroh auf den Äckern rege die Humusbildung an.

Eine der wichtigsten Ölpflanzen

Raps gilt weltweit als eine der wichtigsten Ölpflanzen nach Palm und Soja. Der Großteil des Rapses werde zu Biodiesel verarbeitet und spare so über 50 % der Treibhausgasemission Vergleich zu fossilen Kraftstoffen ein. „Damit ist Raps ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz“, sagte der Lichtenfelser Kreisobmann Michael Bienlein.