Traktortour

Quinoa und Kichererbsen

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Lorenz Märtl
am Dienstag, 05.10.2021 - 11:02

EssenAusBayern-Traktor: Frank Gottschalk beweist, dass die Erzeugung auch regional funktioniert und Landfrauen legen großen Wert auf gesunde Ernährung.

Oberrieden/Lks. Nürnberger Land Quinoa und Kichererbsen müssen keine Importware sein. Dass die Erzeugung auch regional funktioniert, beweist Landwirt Frank Gottschalk aus Oberrieden. Anlass dafür, dass der EssenAusBayern-Traktor des BBV auf seiner Tour durch Franken den Betrieb ansteuerte. Ziel ist es, das Bewusstsein für regionale Erzeugung zu stärken und den Verbrauch heimischer Lebensmittel zu fördern.

Ein Anliegen, das vor allem den Landfrauen wichtig ist, wie Kreisbäuerin Marion Fischer betonte. „Wir legen großen Wert auf eine gesunde Ernährung und wenn auch für neue Trends ein regionales Angebot gemacht werden kann, ist dies sehr erfreulich.“ Mit dem Kreisobmann und Präsidenten des BBV Mittelfranken, Günther Felßner, war sie sich einig: „Wer gezielt die heimische Landwirtschaft unterstützen will, kauft möglichst regional ein.“

Die Anbaufläche erweitert

Was den Anbau von Quinoa in Deutschland betrifft, zählt Frank Gottschalk zu den Pionieren, nachdem sich bis jetzt nur wenige Betriebe an den Anbau des glutenfreien Superfoods aus Südamerika gewagt haben. Nach dem erfolgreichen Start mit zwei Hektar und den gemachten Erfahrungen im letzten Jahr wurde heuer die Anbaufläche bereits auf sechs Hektar erweitert.

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Vor der Aussaat Ende April muss die Anbaufläche intensiv vorbereitet werden, um dem Unkraut von Anfang an keine Chance zu geben. Dies ist auch deshalb nötig, weil Deutschland als einziges EU-Land den Herbizid-Einsatz bei Quinoa nicht erlaubt. Die intensive Bodenbearbeitung hat auch dazu beigetragen, den Erdfloh in Schach zu halten, der anderen Quinoa-Anbauern, mit denen Gottschalk Kontakt hat, erhebliche Probleme bereitet.

Nach der Ernte wird Quinoa normalerweise geschält. Da Gottschalk sich heuer für ein Saatgut aus der Schweiz entschieden hat, entfällt der aufwendige und teuere Schälprozess zur Eliminierung der Bitterstoffe. In einer ansprechenden Verpackung und von Hand abgefüllt kommt das „Wunderkorn Quinoa aus Mittelfranken“ in mittlerweile 25 Hofläden zum Verkauf (www.wunderkorn-franken.de). Über mangelnde Nachfrage kann man nicht klagen. Als neues Produkt wird es in diesem Jahr auch Quinoa-Popcorn geben.

Ein Trendlebensmittel

Ob auch regional angebaute Kichererbsen einen ähnlichen Erfolg haben wie Quinoa? Frank Gottschalk ist optimistisch und sieht gute Chancen. „Schaut nicht einmal so schlecht aus“, befand er beim Ortstermin und ist sich heute schon sicher, dass er auch im nächsten Jahr den Anbau, den er mit einem Hektar begonnen hat, fortsetzen wird.

Kichererbsen sind ebenso wie Quinoa ein Trendlebensmittel, das in der vegetarischen und veganen Ernährung eine große Rolle spielt, bisher aber fast ausschließlich importiert wird. Beim regionalen Anbau werden lange Transportwege verhindert und die Klimabelastung sinkt.