Prognose

Positive Aussichten für Rapsanbauer

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Fritz Arnold
am Montag, 08.03.2021 - 17:24

Nach dem Anbaurückgang der letzten Jahre sind die Rapsanbauer wieder zuversichtlicher. Gleich mehrere Faktoren sorgen für gute Stimmung.

Ansbach - Es gibt gute Aussichten, dass es nächstes Jahr wieder mehr Rapsfelder gibt. Denn nach dem Anbaurückgang der letzten Jahre sind die Rapsanbauer wieder zuversichtlicher. Wie die Vorträge bei der online abgehaltenen Jahresversammlung der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsraps in Mittelfranken zeigten, trugen zur verbesserten Stimmung gleich mehrere Faktoren bei: 2020 waren die Erträge nach den beiden Trockenjahren 2018 und 2019 mit 36 dt/ha im Durchschnitt höher als zuvor bei gleichzeitig höheren Preisen.

Die heimischen Erzeuger können zwar an den zuletzt an den Börsen deutlich angestiegenen Rapspreisen nicht voll partizipieren, weil die Abrechnungen für die letztjährige Ernte nach einem sogenannten Poolpreis erfolgen, doch sieht es um die wirtschaftliche Lage beim Anbau dieser Feldfrucht deutlich besser aus.

Kontrakte nicht für gesamte Menge abschließen

Vorsitzender Andreas Forster und seine Stellvertreterin Inge Treiber empfahlen, zu überlegen, die aktuell hohen Preise für den Abschluss von Kontraktpreisen für die nächste Ernte zu nutzen. Niemand könne zwar sagen, ob es noch Luft nach oben bei den Börsenpreisen gibt, aber das Risiko nach unten sei höher. Allerdings, so der Vorsitzende Forster, sollten Kontrakte nicht für die gesamte Menge abgeschlossen werden, weil eventuelle Deckungskäufe bei geringen Erntemengen teuer werden könnten.

Wie Andreas Kornmann von Rapsool auf der Veranstaltung erläuterte, habe der Rapsanbau den Vorteil, dass Raps eine Reduzierung der Stickstoffdüngung besser verkraftet als Winterweizen. Daniel Meier vom Bayerischen Bauernverband ergänzte, dass der Rapsanbau das Phosphat für Vieh haltende Betriebe über die Gülledüngung gut verwerten kann.

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Kornemann betonte, dass der Raps die Trockenheit relativ gut verkraftet. Allerdings brauche er genügend Feuchtigkeit zur Keimung. Aktuell sei der Raps, der eine gute Humusbildung bewirkt, gut aus dem Winter gekommen. Nun gelte es aber, mit Gelbschalen den Befall mit Kohltriebrüssler, Rapsglanzkäfer und Stengelrüssler zu kontrollieren und gegebenenfalls Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. Letztes Frühjahr habe es massive Erdflohschäden gegeben.

Den Jahresbericht trug erstmals Nina Wellein vor. Sie übernahm die Geschäftsführung von Lisa Eberhardt, die jetzt beim Bayerischen Bauernverband für den Bereich Umwelt zuständig ist. Wellein, die bisher beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Fürth tätig war, berichtete, dass die derzeit 373 Mitglieder der Erzeugergemeinschaft im vergangenen Jahr 1100 t Raps vermarkteten.

Im westlichen Mittelfranken wird auf rund 5000 ha Raps angebaut.