Bodennahe Breitverteiltechnik

Petition zur Gülle-Ausbringung

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Lorenz Märtl
am Mittwoch, 18.11.2020 - 06:17

Für die kleinteilige Struktur im Nürnberger Land sollten Ausnahmen erfolgen.

Landrat Armin Kroder ist prominenter Unterzeichner der Petition „Gülle“ aus dem Nürnberger Land, die nun mit breiter Unterstützung aus allen Bereichen der Landwirtschaft bei Landtagspräsidentin Ilse Aigner eingereicht wird: „Für landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Nürnberger Land mit einer durchschnittlichen Schlaggröße von unter einem Hektar sowie für Einzelflächen mit einer Feldstücksgröße unter einem Hektar, fordern wir eine Ausnahme von der Verpflichtung flüssige Wirtschaftsdünger streifenförmig auszubringen. Aufgrund der naturräumlichen und agrarstrukturellen Besonderheit ist dieses zwingend erforderlich.“
Weiter soll erlaubt sein „bodennahe Breitverteiltechnik bei der Gülleausbringung anzuwenden soweit die Temperatur unter 15 Grad Celsius Tageshöchsttemperatur liegt.“ Noch vor dem erneuten Lockdown trafen sich die Initiatoren der Petitionen, BBV-Bezirkspräsident und Kreisobmann Günther Felßner, stellvertretender Kreisobmann Siegfried Schmidt, BBV-Bezirksgeschäftsführer Ottmar Braun und Kreisgeschäftsführer Jochen Loy mit Kroder zur Unterzeichnung der Petition.

Ähnliche Ergebnisse mit anderen Methoden

Die Tatsache, dass es sich um eine Initiative aus der Landwirtschaft handelt, die von allen im Kreisberatungsausschuss vertretenden Verbänden und Organisationen wie Bauernverband, Biobauern, Maschinenring, vlf und Waldbauernvereinigung unterstützt wird, bringt Landrat Kroder so auf den Punkt: „Alle sind dabei und das macht uns stark.“ Dies bekräftigt Felßner, der Kroders Unterschrift als Signal sieht, „dass die Petition im Interesse des Nürnberger Landes ist und auch die Politik dahintersteht“. Die Petition nennt er „einen ausgewogenen Ansatz, der nichts in Frage stellt“. Und der Landrat ergänzt, „dass man mit Blick auf die besondere Struktur im Landkreis mit anderen Methoden ähnliche Ergebnisse erreichen will“.

Erinnerung an Kanibers Versprechen

Gleichzeitig will man mit der Petition Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber daran erinnern, was sie bei ihrem Besuch vor zwei Jahren im Nürnberger Land festgestellt hatte, als sie von Felßner auf die Thematik angesprochen wurde. Mit Ministerpräsident Markus Söder war sie damals der Meinung, dass hier Ausnahmen notwendig sind. Seitens des BBV will man die Ministerin erneut ins Nürnberger Land einladen, um ihr vorzuführen, wie das mit den unterschiedlichen Techniken funktioniert.
Dabei könnte die Landwirtschaftsministerin ohne viel Aufhebens die Ausnahmen zulassen, denn die Düngeverordnung besagt, dass die Bundesländer dies machen können, wenn sie begründet sind.
Vize-Kreisobmann Schmidt verdeutlichte, dass man sich vor nichts drücken, sondern nur praktikable Lösungen für die Betriebe wolle. „Wir akzeptieren das Minderungsziel, allerdings auf einem anderen Weg.“

Petition Mittelfranken

Gleichzeitig wird auch eine Petition, hinter der die BBV-Kreisverbände aus ganz Mittelfranken stehen, eingereicht, die um eine weitere Forderung ergänzt ist: „Vorhandene, praxiserprobte alternative Verfahren der Gülleausbringung, wie der Einsatz von Zusatzstoffen sollten in Mittelfranken anerkannt werden, weil diese ähnlich geringe Ammoniak-Emissionen zur Folge haben wie die bodennahe Ausbringtechnik.“