Austausch

Pandemie hat das Leben verändert

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm
Jürgen Eisen
am Dienstag, 06.04.2021 - 15:01

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm rief beim ersten virtuellen Dekanats- und Landfrauentag zu Hoffnung und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit auf.

Besondere Zeiten erfordern einen digitalen Landfrauentag. Aufgrund der Pandemie fand der Dekanats- und Landfrauentag Rothenburg online statt. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sprach dazu zum Jahresmotto der Landfrauen „Richtig gut leben“. Ansbachs Kreisbäuerin und Mittelfrankens Bezirksbäuerin Christine Reitelshöfer erinnerte die 100 zugeschalteten Teilnehmerinnen daran, dass zum Zeitpunkt, als das Jahresthema der Landfrauen festgelegt wurde, die Welt noch anders aussah. „Die Pandemie hat alles auf den Kopf gestellt und unser Leben verändert.“

Regionale Lebensmittel stark nachgefragt

Plötzlich war das Thema „Alltagskompetenzen“ überall präsent und auch die Frage nach der Ernährungssicherheit. Regionale und saisonale Lebensmittel werden in diesen Zeiten stärker nachgefragt als sonst. Auch das selber Kochen und miteinander Essen erfuhr eine Renaissance, wenn auch größere Familienzusammenkünfte nur begrenzt stattfinden dürfen. Es bleibe zu wünschen, sagte Christine Reitelshöfer, dass manches im Hinblick auf Regionalität und Wertschätzung von Lebensmitteln auch nach der Pandemie erhalten bleibe. Damit weiterhin ein gutes Leben für alle möglich sein könne, brauche es ein Umdenken beim Thema Nachhaltigkeit.

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Bayerns Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, gleichzeitig Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Deutschlands, verwies darauf, dass bestimmte Dinge angenommen werden müssen. Der Mensch könne nicht vollständige Kontrolle besitzen. Er sei überzeugt, dass nach dem Ende der Pandemie vieles nicht mehr so wie vorher sein werde.

Jeder einzelne und die Gesellschaft müsse sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Dinge, die selbstverständlich waren, seien plötzlich nicht mehr möglich gewesen. Deshalb müsse gelernt werden, die Umwelt wieder bewusster wahrzunehmen. Warum werden die tollsten Sachen über einen immer erst bei der Grabrede gesagt, fragte der Landesbischof. „Warum nicht schon eher?“ Bei der reellen Welt sei die Dankbarkeit und das Füreinander da zu sein echt. Wie aber schöpft man Kraft in der Pandemie? Bischof Heinrich Bedford-Strohm beantwortete diese Frage mit den drei Worten: Durch Glauben, Hoffnung und Liebe.

In Zeiten der Pandemie brauche es neben Taten vor allem Worte des Trostes in den schwierigen Lebenssituationen. Besonders dramatisch wird und wurde empfunden, dass man sich nicht von den Toten verabschieden konnte. Trauer, Mitgefühl, ein Händedruck oder eine Umarmung waren und sind nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Heinrich Bedford-Strohm versprach einen deutschlandweiten Gedenkgottesdienst. Rothenburgs Dekan Hans-Gerhard Groß erläuterte am Bespiel der Elisabeth von Thüringen, dass es wieder mehr Barmherzigkeit untereinander brauche.

Stadt leidet unter den Einschränkungen

Landrat Dr. Jürgen Ludwig merkte angesichts des Mottos „Richtig gut leben“ an, dass die Pandemie aufgrund der Einschränkungen Zeit zum Nachdenken gebracht habe. Rothenburgs Bürgermeister Dieter Kölle verwies auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in der vom Tourismus geprägten alten Reichsstadt. Die Stadt leide unter den Beschränkungen.
Carolin Kastner von der Abteilung Hauswirtschaft am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Ansbach berichtete, dass die Arbeit digital laufe. Der Unterricht im einsemestrigen Studiengang sei geprägt von innovativen Ideen. Online-Vorträge böten die Chance, auch andere Personenkreise zu erreichen.

Stellvertretender Kreisobmann Karlheinz Brand zollte den Landfrauen ein Lob für den gelungenen Tag. In der Landwirtschaft werden die Auflagen und Gesetze immer undurchsichtiger. Viele Familienbetriebe werden deshalb aufhören müssen. Umrahmt wurde der Landfrauentag mit Musikvideos vom Ansbacher Landfrauenchor.