Interessenvertretung

Online im Gespräch

BBV-MSP-MdB-Bernd-Rützel_LF
Elmar Koch
am Mittwoch, 09.12.2020 - 12:15

BBV Main-Spessart tauscht sich mit MdB Bernd Rützel aus.

Die Wirtschaftsweise von Landwirten wird aktuell sehr stark vom SPD-geführten Bundesumweltministerium unter die Lupe genommen. Das von Ministerin Svenja Schulze angedachte Insektenschutzgesetz war neben weiteren Themen Inhalt einer Online-Besprechung des Bayerischen Bauernverbandes Main-Spessart mit dem Bundestagsabgeordneten Bernd Rützel (SPD).

Viele Naturschutzgebiete in der Region

Über 15 Naturschutzgebiete werden rund 2400 ha an Fläche im Landkreis Main-Spessart (rund 1000 ha in den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg) erfasst. Davon wird laut Bauernverband ein beträchtlicher Anteil als Ackerland und Grünland bewirtschaftet. „Weitere Einschränkungen führen sehr schnell dazu, dass die Bewirtschaftung nicht mehr rentabel ist und sich dort die Landwirtschaft zurückzieht“, sagte BBV-Kreisobmann Reinhard Wolz. Gerade in diesen Gebieten habe die bisherige landwirtschaftliche Bewirtschaftung doch zu der erhaltenswerten Flora und Fauna geführt.

MdB Bernd Rützel empfahl landwirtschaftlichen Betrieben noch mehr als bisher auf Bioanbau umzustellen. Einschränkungen durch Auflagen beim Pflanzenschutz wären damit hinfällig.
Auf den bereits übervollen Biomarkt und die in vielen Bereichen stark gefallenen Bio-Preise für Landwirte wies der BBV hin. In einigen Betrieben wäre eine Umstellung auf Bioanbau aufgrund betrieblicher Gegebenheiten sowieso nicht machbar.

Neue Gesetze vor Veranschiedung einem Expertenurteil unterziehen

Nach einem breiten Meinungsaustausch regte der BBV eine Expertenuntersuchung an, bevor neue Gesetze festgelegt werden. Zudem empfiehlt der BBV den regionalen Abgeordneten, stets mit ihrem zuständigen Amt für Landwirtschaft Rücksprache zu halten und dessen neutrale Fachkompetenz zu nutzen. Nur so ließen sich bereits vorab Auswirkungen auf landwirtschaftliche Betriebe erahnen und weitere Betriebsschließungen vermeiden. Auch Rützel möchte nicht, dass weitere Landwirte ihre Tore schließen, betonte er ausdrücklich.

Permanent weitere regionale Auflagen für Landwirte erfordern eine höhere Wertschätzung für regionale Produkte. Deshalb solle die Regionalität stärker beworben werden. Die aktuellen Einkommensnöte der Landwirte führen zu einem Investitionsstau, der in künftigen Jahren nicht mehr einholbar sei und zu weiteren Betriebsschließungen zwingen werde, so der BBV. Auch andere Themen wie die regional sehr großen Schwarzwildschäden, zunehmende Schäden durch Nilgänse, Graugänse und Kanadagänse sowie Entschädigungsregelungen der Gleichstromtrasse SuedLink kamen ebenfalls zur Aussprache. Außerdem regten die Verbandsvertreter an, Wasserspeicher im Klimahotspot Mainfranken zu fördern.