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Besprechung

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Bezirksklausur-MdL-Martin-Schöffel_LF
BBV
am Mittwoch, 01.04.2020 - 12:48

Bezirksklausur der oberfränkischen BBV-Kreisvorstände mit MdL Martin Schöffel.

Himmelkron/Lks. Kulmbach - Die oberfränkischen Kreisvorstandsmitglieder im Bayerischen Bauernverband aus allen neun Landkreisen trafen sich, um sich zum aktuellen politischen Geschehen auszutauschen. Der leitende Landwirtschaftsdirektor Rainer Prischenk, der den Bereich 6 „Ernährung und Landwirtschaft“ an der Regierung von Oberfranken betreut, stellte seine Aufgaben und seine Mitarbeiter vor. Im Sachgebiet 60 werden die Themen Agrarstruktur und Umweltbelange in der Landwirtschaft bearbeitet. Hierzu gehören auch Stellungnahmen zur Raumordnung und wasserwirtschaftlichen Belangen in der Landwirtschaft. Zudem die Ernährungssicherstellung und -vorsorge. Das Sachgebiet 61 beschäftigt sich mit Ernährung, Bildung und Diversifizierung in der Land- und Hauswirtschaft. Seit Januar sollte an jedem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ein Wasserberater und auch ein Wildlebensraumberater tätig werden.

Ausbildung bleibt in der Region

Trotz rückläufiger Zahlen im Berufsgrundschuljahr und bei den landwirtschaftlichen Auszubildenden wurde die Meister-/Meisterinnenausbildung und -betreuung von Almesbach wieder nach Bayreuth an die Regierung zurückverlegt. In der Diskussion wurde nachgefragt, ob die Landwirtschaft in Oberfranken und in Bayern überhaupt noch gewollt sei und was – wenn überhaupt – noch beraten werde. Unklar sei auch, warum Gärrest nicht genauso wie Gülle in Lagunen gelagert werden dürfe. Immer noch stehe der finanzielle Ausgleich für die fünf Meter breiten Gewässerrandstreifen aus.

Von der Veterinärabteilung der Regierung von Oberfranken stellte Dr. Wolfgang Söllner die Tierbestandskontrollen durch die Veterinäre vor. Grundsätzlich werden Veterinärkontrollen nicht angekündigt. Eine Ausnahme bestehe lediglich für die Nebenerwerbsbetriebe, weil diese wegen ihrer beruflichen Tätigkeit oft nicht anzutreffen seien. Vorrangig werden die Risikogruppen wie große Tierhaltungen, Verstöße im Vorjahr, starke Bestandsveränderungen gegenüber dem Vorjahr und Meldeverfristungen kontrolliert.

Kein ASP in Oberfranken

Im letzten Jahr wurden in Oberfranken 200 gefallene oder auffällig erlegte Wildschweine auf die Afrikanische Schweinepest hin untersucht. Zum Glück alle negativ! Die Infizierung mit dem Schweinepesterreger dauert ca. eine Woche und nach einer weiteren Woche verenden die Wildschweine. Beim geplanten Ernteverbot in der Kernzone um dem Fund eines mit ASP belasteten Wildschweines gehe es vorrangig um die Jagdruhe in diesem Gebiet und die Bereitstellung von genügend Futter für die Wildschweine. Ein evtl. Ernteverbot für Getreide, Silo- und Körnermais wird bei Bedarf von der Regierung von Oberfranken ausgesprochen und auch vom Freistaat Bayern finanziell entschädigt. Die Ernteverbotsbereiche sollen so klein wie möglich gehalten werden.
Jeder, der kranke oder auffällige bzw. verendete Wildschweine in seiner Gemarkung sieht, soll diese nicht berühren und sofort dem Jagdpächter und dem Kreisveterinär Bescheid geben. Ziel ist es, dass der Seuchenherd möglichst klein gehalten wird, um so schnell wie möglich eine Kernzone und ein gefährdetes Gebiet abgrenzen zu können.
Der Landtagsabgeordnete Martin Schöffel aus Wunsiedel, der zugleich auch Vorsitzender im Arbeitskreis Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ist, berichtete vom Einsatz der Landesregierung im Hinblick auf die Düngeverordnung und die Roten Gebieten. Die Länderregierungen hätten nur noch die Möglichkeit, im Rahmen der Binnendifferenzierung die Roten Gebiete zu verkleinern, wozu aber ein bundeseinheitliches Bewertungsschema noch erstellt werden muss. In diesem Jahr wird – alle vier Jahre wiederkehrend – ein Nitratbericht veröffentlicht, der vermutlich keine wesentliche Verbesserung der Nitratsituation beinhalten wird.

Für die Kombihaltung

In der Diskussion um das Verbot der Anbindehaltung haben die bayerischen Institutionen mit der Kombinationshaltung für die Rinderbetriebe eine richtige Entscheidung getroffen. Jetzt gilt es, diese in die Praxis umzusetzen. Entgegen dem Antrag aus Oberfranken, eine prozentuale Obergrenze für das Kulturlandschaftsprogramm zu schaffen, wurde eine maximale Aufnahme in das Programm mit bis zu 6 ha ermöglicht.
Verärgert äußerten sich die BBV-Ehrenamtlichen darüber, dass beim Vertragsnaturschutzprogramm keine Flächenobergrenze festgelegt wurde und deshalb viehlose Betriebe Flächen zurücknehmen, weil sie über Flächenprämien höhere Erlöse erzielen als über die Verpachtung. Dies sei jedoch problematisch für die rinderhaltenden Betriebe, weil diesen bereits in den vergangenen Jahren, die sehr trocken waren, Futterflächen entzogen wurden. Außerdem erhöhe dieses hohe Prämienniveau die Pachtpreise, was eigentlich vermieden werden sollte.