BBV Kreisverband

Nürnberger Land: „Unser Wasser ist gut“

Quelle
Lorenz Märtl
am Montag, 14.12.2020 - 06:59

Felßner lobt gemeinsamen Einsatz von BBV und LsV

Die Premiere der coronabedingten Online-Arbeitstagung der Ortsobmänner im BBV-Kreisverband Nürnberger Land gelang. In deren Zentrum standen die Neuerungen zur Düngeverordnung.
Mittelfrankens BBV-Bezirkspräsident und Kreisobmann Günther Felßner machte deutlich, dass sich der Einsatz von BBV und LsV für eine differenzierte und nachvollziehbarere Abgrenzung der Gebietskulisse gelohnt habe. Es sei sehr viel erreicht worden, etwa die Halbierung der ursprünglich bayernweit vorgesehenen „roten Gebiete“. Für das Nürnberger Land ändert sich nichts: „Wir bleiben grün, unser Wasser ist gut.“
Einzelheiten und das weitere Prozedere erläuterten Luisa Eberhardt und Jürgen Kraft von der BBV-Hauptgeschäftsstelle in Ansbach. Sie begrüßten die Ankündigung konkreter Steckbriefe für die Grundwasserkörper und Messstellen zur Nitrat- (rote Gebiete) und Phosphatkulisse (gelb, neu) sowie die flächenscharfe Darstellung.

BBV will jährliche Überprüfung der Kulisse

Der BBV wird nach wie vor bestehende Kritikpunkte umfassend in die Verbändeanhörung einbringen. Hauptforderungen sind dabei die Begrenzung der landesspezifischen Maßnahmen in roten und gelben Gebieten auf ein Mindestmaß und die jährliche Überprüfung der Kulisse auf notwendige Anpassungen. Wert legt man seitens des BBV auch auf die Ausnahme von Anforderungen an Landwirte in roten und gelben Gebieten, die exakt düngen und dies freiwillig mit betriebsindividuellen Daten plausibel machen.
Kraft unterstrich, dass der BBV seine Mitglieder bei allen Fragen zur Gebietsabgrenzung, zu den gutachterlichen und juristischen Möglichkeiten sowie zu Auflagen unterstützen werde. Und Felßner lobte die fachliche Arbeit der beiden Experten zu diesem Fragenkomplex in Mittelfranken. So war man gut vorbereitet und konnte das erreichen, was nun auf dem Tisch liegt. Wichtig sei eine rechtssichere Grundlage. Der Bauernverband sei hoch aktiv gewesen, um diesen Erfolg zu erreichen.
Breiten Raum in der allgemeinen Diskussion nahm die aktuell schwierige Situation der Landwirtschaft ein. Corona, ASP, gesetzliche Vorgaben und die damit verbundenen Einschränkungen würden die Preissituation vor allem bei Schweinen und Ferkeln extrem beeinflussen und auch bei den Rindern zeichne sich dies ab, betonte Felßner.

Schlepper dürfen wohl Teile der B 14 befahren

Zuversichtlich zeigte sich Felßner mit Blick auf die als Kraftfahrtstraße ausgewiesene B 14, damit sie zumindest zwischen dem Henfenfelder Knoten und der ersten Abfahrt nach Hersbruck auch von Schleppern befahren werden darf. Seit mehr als zehn Jahren setze man sich dafür ein. Bei Coburg laufe auf einer ähnlichen Strecke ein Pilotversuch. Hier dürfen Schlepper, die schneller als 40 km/h fahren, die Kraftfahrstraße benützen. Dies reklamiert Felßner nun auch für die B 14. Ein Gespräch mit Gerhard Eck, Staatssekretär im bayerischen Innenministerium, sei vielversprechend verlaufen.