Unwetter

Nasses Wetter verzögert die Getreideernte

Zuckerrübenfeld nach Starkregenereignis
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Redaktion Wochenblatt
am Mittwoch, 14.07.2021 - 11:15

Für die Getreideernte erhoffen sich die Landwirte nun ein trockenes, stabiles Erntewetter, um den Jahresertrag sicher einzufahren und die Böden weitestgehend zu schonen.

Würzburg – In Unterfranken ist aufgrund der letzten regenreichen Tage vorerst nicht an die Getreideernte zu denken. Einige unterfränkische Regionen – insbesondere der Raum Kitzingen, der nord-östliche Bereich des Landkreises Main-Spessart, Teile des Landkreises Miltenberg, der südliche Bereich des Landkreises Schweinfurt sowie der süd-westliche Teil des Landkreises Haßberge – waren sehr stark betroffen, andere Regionen eher wenig bis gar nicht. Für die Getreideernte erhoffen sich die Landwirtinnen und Landwirte nun ein trockenes, stabiles Erntewetter, um den Jahresertrag sicher einzufahren zu können und die Böden weitestgehend zu schonen.

In den letzten Wochen erhielten die Landwirte in Unterfranken teils sehr hohe Mengen an Niederschlägen. Dabei gab es große Unterschiede in den einzelnen Regionen, insgesamt aber überall mehr Regen als in den trockenen Vorjahren. Das sei sowohl für die landwirtschaftlichen Kulturen, als auch für den Wald im Großen und Ganzen sehr zu begrüßen, teilte die BBV-Hauptgeschäftsstelle Unterfranken mit.

Extremniederschlagsereignisse seien für alle Betroffenen unangenehm und bedauerlich, insbesondere wenn es auch Gebäudeschäden gibt. Die „Schuld“ könne dabei aber nicht einfach auf die Landwirtschaft abgeschoben werden. Im Gegenteil waren zum Zeitpunkt der jetzigen Starkregenereignisse vergleichsweise günstige Verhältnisse mit guter Bodendeckung und offenem Boden statt ausgedünnten Pflanzenbeständen und trockenem nicht wasseraufnahmefähigem Ackerboden wie in den Trockenjahren gegeben.

Bestände großflächig umgeknickt

Aber bei so viel Wasser in so kurzer Zeit könne kein Boden den Niederschlag aufnehmen und aufhalten. Viele Dörfer in Unterfranken liegen in Kerbtälern, in denen das Wasser sehr schnell Richtung Tal abfließt. Rückhaltung von Wasser in der Landschaft könne nur gemeinsam gelingen, betont der BBV: mit guter Bodenbewirtschaftung, Rückhaltebecken, gut unterhaltenen Gräben und Durchlässen und Einbremsen neuer Versiegelung durch Straßen, Gewerbe und Wohnbebauung.

Auch die Landwirtschaft hat Schäden, teils durch Hagel, aber auch durch Lagergetreide. Dies bedeutet, dass die Bestände großflächig umgeknickt sind und „flachliegen“. Bei anhaltend feuchter Witterung besteht das Risiko, dass die Körner in der Ähre keimen. Solche Auswuchskörner sind schwer zu vermarkten, z.B. weil die Backqualität des Mehles schlechter wird. Lagergetreide und überwuchernde Unkräuter – insbesondere die Ackerwinde – können zu erheblichen Erschwernissen beim Drusch führen.

Kulturen sind etwas später reif

Die Kulturen sind nach den anhaltend tiefen Temperaturen im Frühjahr heuer etwas später reif. Die Wintergerste wird wie jedes Jahr als erstes gedroschen und ist auch absolut erntereif. Jedoch kann die Ernte im momentanen Zustand noch nicht beginnen und verzögert sich. Die Landwirte benötigen jetzt ganz dringend Wärme und Sonnenschein.

Einige Wiesen stehen unter Wasser und sind überschwemmt. Dies bedeutet, dass der nächste Wiesenschnitt somit nicht verwertet werden kann, sondern muss entsorgt werden. Wenn nicht bald ein Wetterumschwung eintritt, könne es zu Ertrags- und Qualitätseinbußen kommen. Was die Landwirtinnen und Landwirte im Moment dringend benötigen seien Sonnenschein und Wärme.

Ein Artikel auf Basis einer Pressemitteilung des BBV Unterfranken.