Forstbetriebsgemeinschaft

Mut ist beim Waldumbau gefragt

Lorenz Märtl
am Dienstag, 02.06.2020 - 12:16

FBG Nürnberger Land und Forstverwaltung unterzeichnen Kooperations-Vereinbarung und schaffen damit neue Geschäftsfelder über Holzvermarktung hinaus.

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Mit ihren Unterschriften haben der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Nürnberger Land, Richard Sperber, und der Bereichsleiter Forsten beim Landwirtschaftsamt Roth-Hersbruck, Dr. Christian Kölling, bei der Jahreshauptversammlung der FBG Nürnberger Land die im Waldpakt vorgesehene Kooperationsvereinbarung besiegelt.

Eine reine Formsache

„Eine reine Formsache“, wie Kölling betonte, „denn was nun schriftlich fixiert ist, haben wir auch ohne Vereinbarung schon lange praktiziert.“ Detailziele sind neben der Intensivierung des Informationsaustauschs und der Öffentlichkeitsarbeit die nachhaltige Bereitstellung des Rohstoffes Holz sowie die Entwicklung neuer Geschäftsfelder über die Holzvermarktung hinaus. Ein wichtiges Augenmerk gilt der Steigerung der Klimawandelanpassung der Wälder und des Waldumbaus. Vor allem bei der Umsetzung des Grundsatzes „Wald vor Wild“ will man gemeinsam agieren.

Für heuer geplant sind eine Exkursion zum Thema Waldumbau und seine Hemmnisse auf Schadflächen (Fichte/Kiefer), ein Info- und Erlebnisnachmittag „Hersbrucker Waldvielfalt“ am Klosterberg und die Anlage von Demonstrationsflächen zum Waldumbau im Rahmen des Projekts „Waldzukunft zum Anfassen“.

Unsicherheiten für die Forstwirtschaft

„Die Zukunft bringt Unsicherheit für die Forstwirtschaft“, waren sich Kölling und Sperber einig. Erfahrungen aus der Vergangenheit würden für den heimischen Wald an Wert verlieren und schon heute müsse man sich Gedanken machen, wohin der Weg führt und welche Baumarten künftig mit den veränderten Klimabedingungen am besten zurechtkommen.

Wie man diesen Waldumbau am besten angeht, veranschaulichte Hans Stark, Leiter des Universitätsforstamtes Sailershausen der Universität Würzburg, mit insgesamt 2100 ha Wald. Schlüssel zum Erfolg ist für ihn die Jagd. Das dafür umgesetzte nachhaltige Konzept geht auf und ermöglicht Naturverjüngung ohne Zaun. Immerhin fallen in seinem Bereich jährlich 20 ha Verjüngungsfläche an.
Die FBG Nürnberger Land hat derzeit 2300 Mitglieder. Geschäftsführer Michael Müller zeigte auf, dass im vergangenen Jahr zwar die Menge des vermarkteten Holzes auf knapp 41 000 (Vorjahr 36 000) fm stieg, der Erlös aber von 68 € auf rund 59 € je fm zurückging. Davon waren 69 % Nadel-, 11 % Laubholz und 20 % Hackschnitzel.

Holzmengen zeitig melden

Vorsitzender Sperber betonte, dass man trotz aller Schwierigkeiten auf dem Holzmarkt weiter bestrebt sei, das oberste Ziel der FBG, eine nachhaltige Forstwirtschaft mit dem besten Erlös für die Waldbauern, zu verfolgen. Deshalb sei es wichtig, der Geschäftsstelle die anfallenden Mengen rechtzeitig zu melden. Die Zukunft erfordere Mut beim Waldumbau und bei der Bejagung. Dabei sei man auf die Hilfe der Jäger angewiesen, „denn der Wald, den wir alle brauchen, muss sich erholen“.