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Forschungsarbeit

Ministerin sichert Schweinehaltern Unterstützung zu

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Ludwiga Friedl
Ludwiga Friedl
am Freitag, 29.04.2022 - 13:49

Die bayerischen Schweinehalter stehen unter massivem Druck. Ministerin Kaniber will beim Umbau für mehr Tierwohl unterstützen.

Schwarzenau/Lks. Kitzingen Sie sei gekommen, um Danke zu sagen. Das sagte die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am Bayerischen Staatsgut Schwarzenau. Hier liefern seit einem Jahr neue Tierwohlställe wichtige Erkenntnisse für die Forschungsarbeit der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bei Fragen rund um das Tierwohl bei Schweinen. Gleichzeitig sind sie Basis für die bayernweite überbetriebliche Ausbildung im Bereich der Schweinehaltung. „Sie tragen zum Wohl der bayerischen Landwirtschaft bei“, lobte die Ministerin die Mitarbeitenden.

Beim Thema Tierwohl sei jeder Cent der in Schwarzenau investierten 13,3 Mio.€ gut investiert. Denn die bayerischen Schweinehalter seien durch steigende Kosten, fortwährende Rechtsverschärfungen und die Tierwohldiskussion schon erheblich unter Druck. „Wir zeigen ihnen Wege auf, wie sie den Umbau ihrer Nutztierhaltung zu mehr Tierwohl trotzdem schaffen können und stehen ihnen dabei auch finanziell zur Seite“, sagte die Ministerin. So stellt der Freistaat im Rahmen der Einzelbetrieblichen Investitionsförderung fast 83 Millionen für neue Tierwohlställe bereit.

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Ebenfalls am Standort Schwarzenau hat das neue Forschungszentrum für Landwirtschaft in Trockenlagen der LfL die Arbeit aufgenommen, das Dr. Peter Doleschl vorstellte. Hier wird unter anderem zu trockenresistenten Sorten und Arten, geeigneten Fruchtfolgen und mechanischer Unkrautbekämpfung unter trockenen Bedingungen geforscht. „Wir werden neue Kulturpflanzen wie Quinoa, Kichererbse und Hirse auf ihre Praxistauglichkeit unter unseren klimatischen Bedingungen testen“, sagte die Ministerin. Ganze Anbausysteme , z. B. multifunktionales Agroforstsystem für die Landwirtschaft in Trockenlagen sollen getestet und entwickelt werden.

Dank für die nötigen Investitionen sagte auch der Geschäftsführer der Bayerischen Staatsgüter Anton Dippold. Am Beispiel des Ringelschwänzchens erläuterte er ein Problem aus der Praxis: „kaum hat man einen neuen Stall gebaut, kommt wieder eine neue Verordnung und man muss wieder neu bauen... Ein Playmobil-Stall, das wär´s.“ Außerdem betonte er: „wenn man eine bäuerliche Zucht will, braucht man die Leistungsprüfung.

Lösungen aus der Region

Der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Stephan Sedlmayer betonte die Notwendigkeit, Pflanzensysteme zu etablieren, um Lösungen aus der Region für die Region zu entwickeln. Er dankte auch für die wichtige Zusammenarbeit mit den übrigen Forschungseinrichtungen. Sorgen machte vielen Anwesenden der irrsinnige Krieg in der Ukraine, der unnötig Ressourcen verschwende, die im Kampf gegen den Klimawandel dringend benötigt würden.

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Beim Rundgang erklärten Magdalena Krebs und Andreas Nüßlein von der LfL die Ställe von außen. „Roggen ist gut fürs Schwein und für trockene Standorte“, leitete Dr. Peter Doleschl zu den Anpassungsstrategien für Landwirtschaft in Trockenlagen über. Mit einem mittleren Jahresniederschlag von 540 mm und einer Jahresmitteltemperatur von 9,9 °C biete Schwarzenau für das Forschungszentrum ideale Voraussetzungen, findet MdL Barbara Becker, die den Standort immer wieder ins Gespräch gebracht hatte. Künftig soll hier der Wasserrückhalt in der Fläche optimiert werden, die Wassernutzungseffizienz gesteigert und der Humusaufbau gefördert werden. Das soll zum Beispiel mit ganzjähriger Bodenbedeckung, mit Zwischenfrüchten, einer optimierten Standraumverteilung und reduzierter Bodenbearbeitung erreicht werden. Zum Beispiel beim Projekt Körnerhirse wird geforscht, wie man unter trockenen Bedingungen zu guten Erträgen und auch in der Tierernährung zu einer guten Verwertung kommen kann.

Im Demoversuch 2022 „Trockentolerante Kulturen“ werden heuer auch Erdnuss, Hiobsträne oder Mungbohne angebaut. Weil Pflanzenschutzmittel gesellschaftlich immer weniger gefragt seien, sollen dabei auch „Unkrautregulierungsverfahren mit einem möglichst stark reduzierten Einsatz von Herbiziden“ entwickelt werden. Das erklärte Klaus Gehring, der einen Teil der (teuren Versuchs)Technik vorstellte, die zum Einsatz kommt. In den Landessortenversuchen werden hier trockenholde Gräser wie Knaulgras, und Luzerne getestet. Ludwiga Friedl