Forstwirtschaft

Mehr Unterstützung für Waldbesitzer gefordert

FBG-Pegnitz-Hackschnitzeln_LF
Stephan Herbert FuchsStephan Herbert Fuchs
am Freitag, 28.05.2021 - 13:15

Die FBG Pegnitz blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. Auch wegen des Borkenkäfers war der Holzpreis im zurückliegenden Jahr eingebrochen.

Betzenstein/Lks. Bayreuth „Es hätte schlimmer kommen können“, sagt Werner Lautner, erster Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Pegnitz. Trotz Corona und trotz Käfer stehe die FBG gar nicht so schlecht da. Trotzdem macht der Lockdown den Waldbauern gewaltig zu schaffen.

Die FBG vermittelt für ihre Mitglieder unter anderem die Holzhackschnitzel für die Heizwerke des Cabriosol-Bades in Pegnitz und der Raststätte Pegnitz an der Autobahn A9. Allein das Cabriosol-Bad hat im vergangenen Jahr über zwei Drittel weniger gebraucht als im Jahr zuvor. Lautner berichtet von rund 3500 Schüttraummetern Hackschnitzel noch im Vor-Coronajahr 2019. 2020 seien es höchstens noch 1000 Schüttraummeter gewesen. Gleiches gelte für die Tank und Rast, nachdem Gastronomie und Motels seit Monaten geschlossen sind. „Da ist uns richtig was weggebrochen“, sagt Lautner.

Lagerhalle in Neudorf komplett voll

Ein wenig ausgeglichen werden konnte der Wegfall durch die Lieferungen an die Klinik Hohe Warte in Bayreuth. Dort konnte die Liefermenge aufgrund einer baulichen Erweiterung auf rund 4000 Schüttraummeter sogar leicht gesteigert werden. Gut läuft auch die Belieferung der Heizanlage Kellerberg der Wohnungsgenossenschaft Pegnitz, die durch die Naturwärme Pegnitz versorgt wird. Das alles könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lagerhalle in Neudorf derzeit mit rund 4500 Schüttraummeter komplett voll ist.

Trotzdem würde sich der Vorsitzende mehr Unterstützung für die Waldbesitzer von Seiten der Politik wünschen, beispielsweise dann, wenn Modernisierungen anstehen. Bei jedem Einschlag fallen etwa 20 % Fällholz an, das zu Hackschnitzeln verarbeitet wird. Dort, wo keine großen Leitungsnetze möglich sind, wäre die Umstellung auf regenerative Energien statt Öl oder Gas eine große Hilfe.

Nicht nur wegen Corona, auch wegen des Borkenkäfers war der Holzpreis im zurückliegenden Jahr komplett eingebrochen. Meist seien nicht einmal mehr die Kosten der Aufarbeitung gedeckt gewesen, erklärt der forstliche Mitarbeiter Stefan Failner. Die gesamte Holzvermarktung der FBG Pegnitz war im zurückliegenden Jahr von gut 15 000 auf rund 13 000 fm gesunken.

Preise erhöhten sich erstmals wieder

Allerdings haben sich zum ersten Quartal 2021 erstmals wieder die Preise erholt. Aktuell liegen sie laut den Zahlen der FBG bei der Fichte bei 80 bis 90 €/fm, für Käferholz wird 50 bis 60 € bezahlt. Weiterhin nur sehr mäßig nachgefragt wird die Kiefer, die preislich zwischen 50 und 60 €/fm liegt.

Im FBG-Büro Betzenstein waren die Verantwortlichen 2020 hauptsächlich mit der Bundeswaldprämie beschäftigt. Alle etwa 1500 Waldbesitzer, die Mitglieder sind und mehr als ein Hektar Wald haben, seien angeschrieben worden, etwa die Hälfte davon habe sich zurückgemeldet, um in einem, zugegeben recht umständlichen Verfahren die Prämie in Höhe von 100 €/ha zu bekommen. Die FBG Pegnitz hat aktuell 1676 Mitglieder mit zusammen 11 760 ha.