Rückblick

Maschinenring Fränkische Schweiz legt gute Bilanz vor

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Stephan Herbert Fuchs
am Donnerstag, 08.04.2021 - 12:34

Der Maschinenring Fränkische Schweiz stellt einen höheren Beratungsbedarf fest. Die steigende Bürokratie sorgt für Verunsicherung.

Die Stimmung bei den Landwirten ist schlecht. „Viele Bauern sind frustriert und verunsichert und wissen nicht, wie es weitergehen soll“, sagt Manuel Appel, Geschäftsführer des Maschinenrings Fränkische Schweiz (MR) mit Sitz in Aufseß. Dabei stehe nicht nur die Düngeverordnung im Zentrum der Kritik, sondern vor allem die ausufernde Bürokratie durch immer neue Dokumentationspflichten. Beim Maschinenring bekommen Appel und seine Mitstreiter den Ärger der Bauern derzeit immer wieder zu spüren.

Für 2020 kann der Maschinenring Fränkische Schweiz trotz Corona eine gute Bilanz vorweisen. Nach den Worten des Geschäftsführers wurde der Verrechnungswert geringfügig auf 3 Mio. € gesteigert, den weitaus größten Teil davon macht die Vermittlung von Maschinen aus. Hauptumsatzträger sind dabei die Bereiche Futterernte und Körnerernte, wobei der Sektor Gülleausbringung aufgrund der immer komplexer werdenden Technik ebenfalls stark angestiegen ist.

Zuwächse konnte Appel auch im Bereich der sozialen Betriebshilfe verzeichnen, was hauptsächlich über die hauptberuflichen Mitarbeiter abgedeckt werden konnte. Für den MR waren 2020 zwischen zehn und zwölf nebenberufliche und vier hauptberufliche Betriebshelfer tätig. Der Rest wird über die Kräfte der MR Oberfranken Mitte GmbH abgedeckt. In der arbeiten die Maschinenringe Fränkische Schweiz, Bayreuth-Pegnitz sowie Kulmbach zusammen. Unverändert geblieben ist 2020 die Mitgliederzahl bei 782.
„Im Vergleich zu anderen Branchen haben wir durch Corona relativ wenige Einschränkungen hinnehmen müssen“, so Appel. So sei die Geschäftsstelle durchgehend besetzt und für die Mitglieder zumindest telefonisch stets erreichbar gewesen. Das sei auch wichtig, denn Appel stellte durchaus einen höheren Beratungsbedarf, beispielsweise aufgrund der neuen Düngeverordnung fest.
Für das laufende Jahr planen die Verantwortlichen unter anderem eine Erweiterung des Wärmenetzes in Hollfeld. Dort hat der MR die Geschäftsführung für das Heizwerk und die Biogasanlage. Ausgebaut werden sollen die Geschäftsfelder unter dem Dach der MR Oberfranken-Mitte GmbH. Dazu gehören die chemiefreie Unkrautbekämpfung sowie die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mit der bewährten Heißwassermethode, der Einsatz gegen den Maiszünsler sowie die Verstärkung des eigenen Klauenpflegetrupps.
Der MR stellt ein besonderes Konstrukt dar, weil sich sein Tätigkeitsgebiet gleich auf drei Landkreise erstreckt. Neben zwei Gemeinden aus dem Landkreis Bamberg gehören vier Gemeinden aus dem Landkreis Bayreuth dazu, der Rest gehört zum Landkreis Forchheim. Manuel Appel begründet dies mit der Historie des Rings, die auf den ehemaligen Landkreis Ebermannstadt zurückgeht, der während der Gebietsreform in den 1970er Jahren auf Bamberg, Bayreuth und Forchheim aufgeteilt wurde. Deshalb kann der Maschinenring Fränkische Schweiz auch 2022 bereits sein 60-jähriges Bestehen feiern. „Hoffentlich wieder unter normalen Umständen“, sagt der Geschäftsführer.