Investition

Maschinenring in eigenen Gebäuden

MR-Ansbach_LF
Fritz Arnold
am Freitag, 12.03.2021 - 12:38

Für die neue Immobilie im Westen von Ansbach wurden 3,5 Millionen Euro investiert.

Wegen Corona kann der Maschinenring Ansbach keine großen Feierlichkeiten aus Anlass des 50-jährigen Bestehens ausrichten. Grund zum Feiern besteht aber doch. Nach einer beeindruckenden Entwicklung konnte die Selbsthilfeeinrichtung in die eigene Immobilie am westlichen Stadtrand von Ansbach einziehen.
Bescheiden waren die Anfänge vor 50 Jahren als die Idee aufkam, Maschineneinsätze zwischen den Betrieben zu vermitteln, damit auch auf den kleineren Höfen moderne Technik eingesetzt werden kann. Dazu kam die Organisation der Betriebshilfe, damit nach dem Ausfall infolge von Unfall oder Krankheit von Bäuerin oder Bauer das Vieh weiter versorgt und die dringenden Feldarbeiten erledigt werden konnten.

Der größte Maschinenring Deutschlands

Inzwischen ist aus dem Ein-Mann-Verein der größte Maschinenring Deutschlands und ein Dienstleistungsunternehmen mit 72 Mitarbeitern geworden. Der Maschinenring mit seinen rund 3500 Mitgliedern und seiner Tochtergesellschaft als GmbH erreichte zuletzt einen Jahresumsatz von zusammen 15,5 Millionen Euro. Nicht mehr wegzudenken ist der Einsatz der Betriebshelferinnen und Betriebshelfer. Zusammen leisten sie 43 000 Arbeitsstunden im Jahr. Das reicht von Sozialeinsätzen bei Krankheits- oder Todesfällen bis zur Mithilfe bei Bauarbeiten.

Seit der Fusion mit den zuvor selbstständigen Maschinenringen in den ehemaligen Altlandkreisen Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Rothenburg ging es steil aufwärts. Das Dienstleistungsangebot wurde immer weiter ausgebaut. Waren es anfangs fast nur Landwirte, so kamen bald Kommunen Firmen und Privatpersonen als Auftraggeber hinzu. Eine Spezialität ist der schlüsselfertige Bau von Hallen geworden, auf deren Dächern der Maschinenring in der Regel dann auch gleich Photovoltaikanlagen montiert.
Mit der Vermittlung von Bedarfsartikeln versucht der Ring, seinen Mitgliedern Kosten einsparen zu helfen. Von Beton für Fahrsilos und dem Gemeinschaftseinkauf von Dünger reicht das inzwischen bis zur Vermittlung von Autos und E-Bikes zu günstigen Rabattsätzen.
Angesichts des stets wachsenden Geschäftsbetriebs wurde es in den Büros am Rezathallengelände und dem Lager in Strüth immer enger. Im Führungsteam um Geschäftsführer Rainer Müller und Vorsitzenden Jürgen Hahn reifte schon seit langem der Entschluss, einen eigenen Standort anzustreben.

Verkehrsgünstig gelegener Standort

Die Entscheidung fiel zugunsten eines Neubaus im Westen von Ansbach auf einem verkehrsgünstig gelegenen Standort. Für 3,5 Millionen Euro entstanden hier Hallen für Werkstätten, Geräte und den Fuhrpark sowie Büros. Vom Hallenbau in Systembauweise und Dacharbeiten reicht die Angebotspalette bis zum Bau von Güllegruben bis zur Landschaftsgärtnerei. Geplant und erledigt werden auch Pflasterarbeiten, das Aufstellen von Spielgeräten oder Mauerbau und Wasserspiele.

Wie in der Anfangszeit sehen es Vorsitzender Jürgen Hahn und Geschäftsführer Rainer Müller als eine Kernaufgabe der Organisation an, möglichst vielen Landwirten eine Existenz zu ermöglichen, aber auch in schwierigen Situationen bei Krankheiten oder Unfällen zu helfen, die Betriebe weiterzuführen.
Doch wer keine genügende Existenz auf seinem Hof hat, dem bietet der Maschinen- und Betriebshilfsring vielfältige Möglichkeiten an, Geld hinzuverdienen zu können. Der Winterdienst gehört ebenso dazu wie die Landschaftspflege.