Insektenschutz

Mähen mit Sense: Meditativ und insektenfreundlich

Sensenkurs Schmid Hirsch
Isabella Hirsch
am Montag, 31.08.2020 - 10:56

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft bietet zwei Sensenmäh-Kurse an. Die Resonanz ist sehr gut.

LPV Mfr-Teilnehmer beim Dengeln der Sensen

Es ist früh am Morgen und das Gras noch feucht. Die Feldlerche singt. Ein leises, regelmäßiges Zischen erklingt. Die Sensenlehrer Werner Kleemann und Christof Lorenz vom Sensenverein Deutschland leiten an, korrigieren und ermutigen die Teilnehmer des Sensenkurses. In sanften, ausladenden Schwüngen sollen sie die Sense durch das Gras gleiten lassen, das dann zu Boden fällt.

Der Einladung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken (LPV) zum „Sensen und Dengeln für den Hausgebrauch“ sind an zwei Tagen zahlreiche Teilnehmer gefolgt. Normalerweise eher mit größerem Gerät und gemeinsam mit Landwirten für die Artenvielfalt im Einsatz, wollen die beiden Verbände mit diesem Angebot interessierten Privatpersonen eine Alternative zu Motorsense und Mähroboter aufzeigen. Aber mit der Handsense mähen? Ist das nicht nostalgisch und rückwärtsgewandt? Eher was fürs Freilandmuseum?

Nein – keinesfalls! Denn kaum eine Mähtechnik ist so insektenschonend und ökologisch wie die Mahd mit der Handsense. Vielfältig einsetzbar – vom Steilhang über kleinräumige Gärten, blütenreiche Wiesen und Säume bis hin zu Kleegras – bietet sie dem Anwender ruhiges, entspanntes Arbeiten ohne Lärm und Abgase und den Insekten einen meist schadlosen Rückzug aus dem Schnittgut.

Schneller als gedacht

Lorenz und Kleemann wollen vor allem zeigen, dass das Mähen mit der Sense ohne viel Mühe und schneller als gedacht gelingt. Auf die richtige Haltung und auf eine gute Sense kommt es allerdings an. Nach einer intensiven Einführung in den Aufbau der Sense und die Handhabung legen dann alle die „Hand an die Schneid“. Unter Anleitung der beiden Sensenlehrer beginnen sie ein Stück Wiese zu mähen. Am Ende hinterlässt jeder einen schönen Schwad geschnittenes Gras.
Nach diesem Erfolgserlebnis erfahren die Kursteilnehmer jede Menge über die Vielfalt der Sensenblätter und deren Einsatzbereiche. Die Spanne reicht von der kleinen 35 cm Forstsense zum Freistellen von Anpflanzungen bis zum 1,30 m langen Sensenblatt, das oft bei Mähwettbewerben zum Einsatz kommt. Für die meisten der Anwesenden wird sich die normale Grassense bewähren, die zwischen 80 und 90 cm misst.
Den Nachmittag verbringen die Teilnehmer mit dem Dengeln, also dem Schärfen der Sensenblätter. Nach einer Einführung in die Pflege und die verschiedenen Dengelmethoden dürfen alle mit Unterstützung der Lehrer den Dengelhammer schwingen. Am Ende sind sich alle Teilnehmer einig: der Kurs macht Lust auf weiteres Sensen!