Ortstermin

„Wir leben mit der Natur und von ihr“

Artenvielfalt- Breunsberg-Ufr_LF
Doris Pfaff
am Montag, 22.07.2019 - 12:41

Wieviele freiwillige Leistungen Landwirte für Natur und Artenschutz erbringen, das zeigten sie bei einem Ortstermin.

Johannesberg-Breunsberg/Lks. Aschaffenburg auf Breunsberger Feldern der Umweltpräsident des Bayrischen Bauernverbandes (BBV), Stefan Köhler (Wiesen), und der BBV-Kreisgeschäftsführer Michael Roßmann (Alzenau). Ein Beispiel dafür ist die Daxberger Landwirtsfamilie Kremer, die seit 15 Jahren auf sieben ihrer 80 ha großen Betriebsfläche Blühwiesen, vor allem mit Phacelia ansät. Im Spätsommer dreschen die Kremers die Phacelia-Pflanzen und verwenden das Saatgut nächstes Jahr wieder für neue Blühwiesen oder Zwischenkulturen.

In der sechsjährigen Fruchtfolge auf ihren Getreidefeldern werde Phacelia stets berücksichtigt, sagen die Eheleute Andrea und Reinhold Kremer sowie ihre Tochter Carolin (30), Büroangestellte in einer Großstadt, die eventuell den Hof ihrer Eltern übernehmen will. Wenn sie in die Landwirtschaft einsteige, wäre das erfreulich und mache Hoffnung für einen Berufsstand, der oft genug zu Unrecht an den Pranger gestellt wird, meinten Köhler und Roßmann. Abgesehen davon, dass viele Bauern keine ökonomischen Zukunftsperspektiven in der Landwirtschaft sehen, fühlen sie sich mehr denn je als Buhmänner, die für fast alles verantwortlich gemacht werden: von Glyphosat über Bienensterben bis hin zu Nitrat im Grundwasser.
Köhler unterstreicht, dass jeder Eingriff in die Natur dem Zweck dient, „dass wir uns ernähren können, aber nicht um die Natur zu schädigen“. Köhler: „Wir leben mit der Natur und von ihr.“ Ausdruck dessen seien unter anderem auch die bayernweiten Maßnahmen für mehr Artenvielfalt auf Feldern und Wiesen, darunter die Aktion „Bayern blüht auf“, mit der Bäuerinnen und Bauern zusätzlichen Lebensraum für Bienen, Insekten und Wildtiere schaffen.
Doris Pfaff