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Festveranstaltung

Die Landwirtschaft prägt den Freistaat

Landwirtschaft-Bayern-Heimat
Franz Galster
am Freitag, 10.06.2022 - 07:53

Landesbäuerin Anneliese Göller hält in Nürnberg ein Plädoyer für die Landwirtschaft. Sie prägt die bayerische Heimat und Gesellschaft.

Nürnberg Die Landwirtschaft muss erhalten werden. Das betonte Landesbäuerin Anneliese Göller bei der Festveranstaltung „Heimat Bayern“ in der Kaiserburg Nürnberg. Mit Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König und Domkapitular Clemens Bieber aus Würzburg diskutierte sie darüber, was die Heimat auszeichnet. Göller warb dafür, dass es die Dörfer braucht. „Wir möchten unsere Höfe weiter bewirtschaften und noch lange erhalten. Nicht immer höher und weiter, aber mit solider Wertschöpfung.“

Der Berufsstand Landwirtschaft sei gut verwurzelt mit dem Boden, dieser sei die Existenzgrundlage. In der Tat präge die Landwirtschaft, Natur und Gesellschaft die bayerische Heimat. Eine Kulturlandschaft, in der sich die Menschen wohl fühlten.

Anneliese-Göller-Diskussion

Wie wichtig wertvolle Lebensmittel sind, zeigen laut Göller die aktuelle Entwicklung in der Ukraine. Früher sei alles vom Schwein verwertet worden, dann nur noch die Edelteile. Schon früher wurde in Kreisläufen gedacht. Nachhaltig handeln und wirtschaften, „vielleicht kommen wir wieder zurück“, meinte Göller.

Mit neuen Herausforderungen, wie Biogas und Photovoltaik, leiste man wertvolle Arbeit für den wichtigen Wirtschaftsstandort. Das habe in den letzten Jahren schon die Heimat verändert. Als besonderes Pilotprojekt des BBV wurde in Nürnberg die „Schule fürs Leben“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Kinder wieder näher an die Landwirtschaft und ihre Projekte heranzuführen, das Bewusstsein für Lebensmittel zu stärken, aber auch sehr vielseitige Themen wie Getreide Imkerei oder Einkaufstraining, anzusprechen. Ernährungsfachfrauen gehen in die Schulen. Besuche sind ergänzend auf den Höfen vorgesehen. Dafür müssen auch Bäuerinnen und Bauernhöfe gewonnen werden.

Neues Schulprojekt ist gestartet

In Nürnberg beteiligen sich an dem Projekt etwa 500 Schulen. „Eine spannende Aufgabe, da gibt es viel zu tun“, merkte Oberbürgermeister König an. Er machte sich im Laufe der Diskussion auch für den Erhalte landwirtschaftlicher Nutzflächen stark. „Schule fürs Leben“ ist mittlerweile verpflichtend im Lehrplan verankert. Die Coronapandemie hat das Projekt seit zwei Jahren verzögert. Es läuft aber jetzt, so Anneliese Göller, gut an.

Göller spürt man die Begeisterung an, wenn sie von den Traditionen der Heimat spricht, von kirchlichen Bräuchen wie Bitttage, Prozessionen oder Wallfahren oder auch von Kirchweihbräuchen. All das mache Heimat aus. Schön findet sie auch die jährliche Bauernmarktmeile in Nürnberg. „Da kommt das Land einmal im Jahr in die Stadt, was auch in Nürnberg gut ankommt“, so Göller.

Die Begeisterung weitergeben

Göller merkt man auch die Begeisterung im Beruf an und die möchte sie auch gerne weitergeben. Nach zehn Jahren als Landesbäuerin tritt sie nicht mehr an. Jetzt will sie erst einmal wieder daheim ankommen. Zeit für die Familie haben, Dinge tun, für die sie keine Zeit mehr hatte.

Die Diskussion, zeigte auch, wie vielseitig reich und aktiv der Begriff Heimat in Bayern gelebt wird. Domkapitular Bieber betonte, dass die Orte auch geprägt werden von der Kirche. „Überall, wo Menschen sich Heimat schenken, ist dies ein Stück Himmel auf Erden.“ Staatsminister Albert Füracker, der die Diskussion moderierte, freute sich über die Bekenntnisse zur Heimat: „So einen schönen Abend wie heute hab ich schon lange nicht mehr gehabt“, sagte Füracker.