Abgeordnetengespräch

Auf die Landwirtschaft aufmerksam gemacht

Wahl-BBV-BA/FO-Hirschaid_LF
Franz Galster
am Montag, 09.08.2021 - 11:40

Oberfrankens BBV-Bezirkspräsident Hermann Greif schilderte die aktuelle Situation der Landwirte. Es gab viel zu besprechen und zu diskutieren.

Hirschaid/Lks. Bamberg Wie stehen die politischen Parteien den Forderungen und Anliegen der Bauern gegenüber? Um hierauf Antworten zu bekommen, hatten die BBV-Kreisverbände Bamberg und Forchheim zu einer Aussprache eingeladen. In den beiden Kreisen sind 6100 BBV-Mitglieder organisiert. Alle politischen Parteien sind der Einladung zum Abgeordnetengespräch mit dem BBV gefolgt. Hermann Greif, BBV-Bezirkspräsident von Oberfranken, gleichzeitig Kreisobmann von Forchheim, moderierte eine bewegte, aber faire Aussprache. Sie zog sich über mehr als vier Stunden hin.

Greif umriss kurz die Situation der Bauern. Anbindehaltung und Tierwohl sind wichtige Themen. Die Betriebsgröße beträgt durchschnittlich 20 – 30 ha, die Landwirte werden kontinuierlich weniger. Sein Appell an die Politik lautete: „Ins Gespräch kommen!“ Man könne die Natur nicht allein mit Gesetzen regeln. Landesbäuerin Anneliese Göller, Kreisbäuerin für den Landkreis Bamberg, betonte die Bedeutung der heimischen Erzeugung von Lebensmitteln. Die Leistung müsse honoriert und Ernährungssicherung gewährleistet werden. „Wenn alle Bio machen, reicht die Nahrung nicht mehr“, sagte sie.

Über die Herkunft der Produkte informieren

Der Bamberger BBV-Kreisobmann Edgar Böhmer sagte: „Wir investierten gestern im festen Glauben und stehen heute mit dem Rücken zur Wand.“ Die Bürokratie verhindere, dass er die Biogasanlage mit einem zusätzlichen Motor bei Bedarf flexibel fahren könne. Netzbetreiber und Genehmigung stehen im Weg. Ähnliches berichtete ein weiterer Biogaslandwirt. Böhmers Stellvertreter Peter Schlund betonte die Wichtigkeit der Herkunftsbezeichnung: Verbraucher sollten informiert sein, woher aus der Welt die Produkte kommen.

Marion Link, stellvertretende Kreisbäuerin aus Bamberg, ging auf die Problematik der Schweinehalter ein. Es gebe zahlreiche Auflagen hinsichtlich des Tierschutzes oder des Immissionsschutzes. Einwände der Bevölkerung machten große Probleme, die Vorgaben seien nicht leicht umsetzbar. Ähnliche Klagen brachte Klaus Deinlein vor, der einen Schweinemastbetrieb führt mit einem großen Stall, der etwa 15 Jahre alt ist. Der Sohn sei voll ausgebildet und motiviert. Aber es fehle die Planungssicherheit. Billigfleisch aus dem Ausland mit deutscher Auszeichnung bereite Probleme. Dagmar Deinlein erklärte, dass sie einen weiteren Zuchtschweinestall bauen wollte. Doch Vorschriften, die Wohnbebauung und Immissionen würden das nicht zulassen. BBV-Bezirkspräsident Hermann Greif ergänzte, Verbraucher müssten bereit sein, für gute Produkte zu bezahlen. 30 Prozent Bio brauchen auch Abnehmer.

Leistung der Landwirtschaft betonen

Jens Herzog (FW) sagte: „Der Berufsstand der Bauern ernährt uns alle. Ohne Landwirte haben wir ein Problem.“ Wenn neue Vorschriften kommen, dann sollte man alte streichen. Die Ansiedlung der Wölfe findet er gut. Schaden sei durch den Staat zu ersetzen. MdB Andreas Schwarz (SPD) fordert, die Leistungen der Landwirtschaft im Alltag mehr zu zeigen. Das Thema Wolf sieht Schwarz pragmatisch: Macht er Probleme, muss er auch entnommen werden. MdB Thomas Silberhorn (CSU) holte gegen Ende zu einem Plädoyer für die Landwirtschaft mit Ackerbau und Tierhaltung aus. Er befürwortet den industriellen Betrieb. Forchheims Kreisbäuerin Rosi Kraus meinte: „Eigentlich müssten wir zufrieden sein, jeder meint es gut mit uns.“