Internationaler Austausch

Landjugend: Wir können auch anders

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Bayerische Jungbauernschaft
am Freitag, 04.12.2020 - 08:43

Deutsche und russische Landjugend trifft sich: digital statt vor Ort.

Wegen der Corona-Pandemie hat sich das gesellschaftliche Leben stark verändert – auch das der Landjugend. Statt Gruppenabenden, Umzügen und Veranstaltungen müssen nun andere Wege beschritten werden, um den wichtigen Austausch zu anderen Landjugendgruppen aufrecht zu erhalten.
Seit mehr als 20 Jahren pflegt der Landjugend-Bezirksverband Oberfranken e. V. eine Partnerschaft mit der russischen Landjugend in Penza. Dabei wird es jungen Leuten ermöglicht, die Kultur und das Brauchtum eines anderen Landes kennenzulernen – jeweils im gegenseitigen Austausch der Gruppen.

Es werden viele Freundschaften geknüpft

Die letzten Begegnungen fanden im Oktober 2019 statt, als eine russische Gruppe für eine Woche in Gastfamilien im Landkreis Coburg wohnte und im März 2020 kurz vor dem Lockdown die Reise nach Penza.
Tobias Stelzner, Vorsitzender des Landjugend-Kreisverbandes Coburg, erinnert sich: „Die Zeit in Russland mit meinen Freunden werde ich nie vergessen. Es ist ein einmaliges Erlebnis, welches ich jedem nur empfehlen kann.“ Es wurden viele Einrichtungen besucht, die Kulturen einander näher gebracht und vor allem Freundschaften geknüpft.
Der Landjugend-Bezirksverband Oberfranken hat sich für heuer etwas Besonderes ausgedacht, denn der Austausch zu internationalen Gruppen steht trotz Corona im Fokus in der Verbandsarbeit. Durch mehrere Meetings per Videokonferenz hat sich die Kreislandjugendgruppe Coburg, vertreten durch die Landjugenden Meeder und Herreth, ein Programm ausgedacht, um die Kontakte weiter zu pflegen.
Da die Begegnung weder vor Ort binational noch in einer großen Gruppe stattfinden konnte, wurde ein Online-Treffen organisiert. Im Rahmen der Kontaktbeschränkungen wurde ein Konzept ausgearbeitet, sodass sich vier deutsche Gruppen aus jeweils maximal zwei Haushalten zusammengefunden haben.

Auch online kochen hat gut funktioniert

Als Programm wurde zusammen mit den russischen Teilnehmern an einem Abend online gekocht, ein Anknüpfen an das gemeinsame Kochen 2019 in Coburg. Am anderen Abend wurde ein Cocktail-Tasting unter dem Motto „coronakonform digital fortgehen“ organisiert. Dabei sprachen die Teilnehmenden auch das Alkoholpräventionskonzept des Kreisjugendrings Bayreuth an: die Fruchtbar. Die Zutaten für beide Treffen wurden auf deutscher Seite von einem Zweier-Team eingekauft, aufgeteilt und jeweils ohne Kontakt zu anderen Gruppen ausgefahren, sodass alle dieselben Ausgangsbedingungen hatten.
Jeweils um 19 Uhr deutscher Zeit startete das Meeting, wobei Russland zwei Stunden voraus ist. Nach einer kurzen Begrüßung ging es auch schon direkt mit dem Programm los. Es wurden Wraps gemacht, sodass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer aktiv eingebunden war und sich austauschen konnte, wie man am besten bei der Zubereitung vorgeht. Damit das Gespräch ständig am Laufen gehalten wurde, führten zwei Moderatoren durch den Abend.

Die Sprachbarriere war kein Problem

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Begegnung für alle Landjugendlichen eine neue positive Erfahrung war. Es wurde viel gelacht und geredet und einer Wiederholung steht nichts im Wege. Die vermeintliche Sprachbarriere wurde sehr gut gelöst mit einem Mix aus Englisch, Deutsch und Russisch sowie mit Hilfe eines Übersetzungsprogramms. Auch die russische Gruppe war von dem Austausch sehr angetan und freut sich auf ein Wiedersehen – sei es vor Ort oder digital.