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Erntedank

Landjugend - danken, feiern, tanzen

Erntedank
Helmut Engel
am Montag, 21.10.2019 - 13:37

Ein solches Erntedankfest hat der Landkreis Hof schon lange nicht mehr erlebt, an die tausend Menschen feierten in den Baywa-Hallen in Münchberg.

Volkstanz

Es hat sich gelohnt, den hohen Feiertag der Bauernschaft mit dem Bezirkslandjugendtag, dem Erntekronen- sowie dem Volkstanzwettbewerb zu verbinden. Dabei konnte die Landjugend Zedtwitz einen großartigen Doppelerfolg feiern.

Für Kreisobmann Hermann Klug war es ein großartiges Erlebnis, in diesem Rahmen Erntedank zu feiern „und unseremHerrgott zu danken für das, was er uns zum Leben reicht“. Richtig Feierlaune komme bei den Bauern aber nicht auf, „angesichts der Ernteausfälle und des gesellschaftlichen Umfeldes“. Nicht nur, dass man das zweite Dürrejahr in Folge zu verkraften hatte, es prasselten auch noch Einschränkungen und Reglementierungen auf die Bauernschaft nieder. Auch die Wälder würden ein katastrophales Bild abgeben.

Schlimmer als jeder schwache Erlös seien aber die politischen Entscheidungen. „Das geplante Agrarpaket hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Das Maß an Zumutbarem ist überschritten!“, klagte Klug. Emotionen und Stimmenfang würden über fachliches Wissen gestellt. Grüne Kreuze auf den Feldern, spontan von der Jungbauernschaft aufgestellt, machten deutlich, dass man damit nicht einverstanden sei. Klug unterstrich indes die Bereitschaft der Land- und Forstwirtschaft, ihren Beitrag zu den Problemstellungen der Gegenwart zu leisten.

Dekan Erwin Lechner wollte mit dem Gottesdienst „den Menschen danken, die so viel geleistet haben“. Leider müssten Bauern oft das Gefühl haben, dass der Segen an ihnen vorübergeht, „den Ertrag streichen andere ein“.

Ein aussterbendes Format?

Die Bezirksvorsitzenden Chiara Hartmann und Maximilian Raimund stellten in den Raum, ob dies der letzte Bezirkslandjugendtag sei, „weil er ein aussterbendes Format ist“. Nur dem Engagement der Hofer Landjugend sei es zu verdanken, dass er nochmals durchgeführt wurde. Tolle Erfahrungen habe man mit dem Projekt „#HeimatWurzeln“ gemacht. Ein großes Anliegen der Landjugend sei auch die Brauchtumspflege.

Ausgezeichnet gelaufen seien am Vortag die „Final Harvest-Party“ und das „Spiel ohne Grenzen“ mit 14 Mannschaften, das von der LJ Großlosnitz gewonnen wurde. Der Bezirkslandjugendtag sei eine Schnupperstunde für Externe, Ehrengäste und Neumitglieder. „Ein Format, das eigentlich zu wertvoll ist, um abgeschafft zu werden“, so Raimund.

Schirmherr und Landrat Dr. Oliver Bär zeigte sich beeindruckt, welche Arbeit und Leidenschaft die Jungbauern in ihre Werke gesteckt haben. „Es macht auf jeden Fall Sinn, den Bezirkslandjugendtag fortzuführen.“ Die Heimat brauche solche Jungs und Mädels, die in ihren Aktionen immer wieder unter Beweis stellen, was in ihnen steckt.

Sechs Teams beteiligten sich am Erntekronenwettbewerb. Am Ende gab es eine knappe Entscheidung zwischen Zedtwitz und Plösen, die zugunsten von Zedtwitz ausgefallen ist. Dritter wurde Großlosnitz vor den punktgleichen Vierten Marxgrün, Schwarzenbach an der Saale und Reuthlas.

Auch den Volktanzwettbewerb, an dem sich sechs Gruppen beteiligt haben, hat die LJ Zedtwitz gewonnen, vor der LJ Bad Berneck-Bindlach und der LJ Schreez. Beteiligt waren auch die Landjugenden Fechheim, Görschnitz und Stockau-Lehen.

Musikalisch ausgeschmückt wurde das Fest durch Hix-Tradimix aus Feilitzsch und dem Hofer Landfrauenchor unter der Leitung von Helmut Lottes.

Beim Bezirkslandjugendtag wurde Daniela Weber von der Landjugend Regnitzlosau für Verdienste um die Bayerische Jungbauernschaft das bronzene Ehrenzeichen durch den früheren Bezirksvorsitzenden Andreas Steinhäußer verliehen.