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Zukunftsprojekt

Dem Klima- folgt der Baumwandel

Zukunft
Jürgen Leyam
am Montag, 11.11.2019 - 11:30

Zum Projekt „Waldzukunft zum Anfassen“ ist der Startschuss erfolgt.

Roth - In der Aula des Rother Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) fand der Leiter des Bereichs Forsten eine Metapher für die zu erwartenden Änderungen: Es ist der „Klimazug“, der von Süden nach Norden rollt – und dabei verschiedene Baumarten geladen hat.

Der Waldumbau geht naturgemäß recht langsam vonstatten. Im Vergleich dazu sei die Bewilligung der Fördermittel recht schnell geschehen. 2016 habe man den Antrag gestellt, über die Bewilligung könne sich die Behörde postwendend drei Jahre später freuen, merkte Kölling süffisant an. Zugleich zeigte er sich dankbar für die Unterstützung seitens des bundesweiten Waldklimafonds, der von Mitteln des Landwirtschafts- wie auch des Umweltministeriums gespeist wird.

Vor Ort mit im Boot sind leistungsstarke Partner: neben dem AELF beteiligen sich die Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) Roth, Heideck-Schwabach und Nürnberger Land sowie die Landesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (LWF). Ziel des Projektes ist es, dass Waldbesitzer aufgrund „von Fakten statt Unkenrufen“ Entscheidungen für die Forstbewirtschaftung treffen können. Es gelte, für die kommenden klimatischen Veränderungen „gewappnet zu sein.“ Denn die sorgten dafür, dass die Forstwirtschaft anspruchsvoller geworden sei. Man könne aufgrund des vorhersehbaren Klimawechsels nicht mehr auf Erfahrungen zählen. Sie „verlieren ihren Wert“, so Kölling.

Der „Klimazug“ habe Baumarten im Gepäck wie die Atlaszeder, wie Köllings Mitarbeiter Markus Stapff verdeutlichte. Weil sie mit verschiedenen Böden und Temperaturen zurechtkommt bezeichnete er sie als „Allzweckwaffe“.

Wer auf Nummer sicher gehen will, ist mit den Baumarten Schwarzkiefer, Feldahorn, Elsbeere, Vogelkirsche, Zerreiche, Edelkastanie, Robinie, Manna-Esche und Flaumeiche für den Rother Landkreis gut dabei. Lärche, Fichte, Kiefer und Tanne sind laut den Berechnungen Auslaufmodelle. Wer auf Buche setzt, könnte ebenso zu den Verlierern zählen – nicht aber in Hohenstein, wo diesem Baum im günstigsten Fall eine gute Zukunft beschieden sein könnte. Ebenso wie der Douglasie. Im Falle Roth ist diese aber eher auf dem „absteigenden Ast“. Das Pflanzen oder Säen beider Baumarten ist auch den Hohensteiner Waldbesitzern abzuraten, falls sich das schlimmste Szenario bewahrheitet. Doch egal wie man sich entscheide: „Ein Restrisiko bleibt immer“, räumte Kölling bei der Auftaktveranstaltung ein. Am besten sei es, das Risiko zu streuen, also „nicht gleich alle Kiefern weghacken und überall Atlaszedern pflanzen“.