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Hoher Besuch

Kirschen vom Vorzeigebetrieb

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Franz Galster
am Montag, 27.06.2022 - 09:28

Die Bayerische Bio-Königin Annalena besucht Kirschgarten von Familie Schmidt.

Mittelehrenbach/Lks. Forchheim In einem Kirschgarten oberhalb von Mittelehrenbach machte die bayerische Bio-Königin Annalena I auf ihrer Bayern-Tour Station. BBV-Kreisobmann Hermann Greif begrüßte sie auf dem Biolandbetrieb von Willi Schmidt und seinem Sohn Jochen: „Der Landkreis Forchheim ist ein Obst- und Gemüselandkreis, aber auch Wald und 30 % Grünland prägen ihn.“ Greif unterstrich, dass konventionelle und Biolandwirtschaft im BBV traditionell verankert sind. Letztlich sei es eine Frage von Angebot und Nachfrage. Applaus allein reiche nicht für den Bioanbau.

Landrat Hermann Ulm bezeichnete den Bio-Hof Schmitt als einen Vorzeigebetrieb der Region, „einer der ersten und größten von Oberfranken“. Seit 1995 wirtschaften die Schmidts ökologisch und seit 18 Jahren erzeugen sie im Vollerwerb Kern- und Steinobst. Ihre 26 ha sind auf 50 Feldstücke verteilt. Um die Ernte ihrer Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen, Äpfel, Birnen, Quitten und Nüsse optimal zu verwerten, haben sie 1994 eine eigene Brennerei gekauft. Das Obst wird über Großhandel und über Wiederverkäufer vermarktet. Säfte, Liköre und Schnäpse werden meist an Wiederverkäufer und Einzelhandel sowie online und ab Hof verkauft.

Beindruckende Zahlen zum Anbau im Landkreis

Der Landrat nannte beeindruckende Zahlen zum Obstbau im Landkreis, der 1650 ha einnimmt. „Dazu kommen noch viele private Gärten, die nicht erfasst sind“, sagte er. Die Produktion in der Fränkischen Schweiz, abhängig von der Witterung, beträgt 1000 bis 8000 Tonnen jährlich. 94 % der bayerischen Süßkirschen stammen aus der Fränkischen Schweiz.

Bio-Königin Annalena I sagte: „Bio und Regionalität, das ist der Königsweg.“ Auf kurzen Wegen könne man die Süßkirsche als fränkisches Symbol gut nutzen. Kreisbäuerin Rosi Kraus, die selber Obst anbaut, verwies auf die Problematik im Biobereich bei der Kirsche: Die Kunden erwarten madenfreies Obst, aber die chemische Bekämpfung wird immer stärker eingeschränkt.

Thomas Riehl ist Obstbauberater für Ober- und Unterfranken. Wie er sagte, beschert das Wetter heuer eine Ernte, die rund 14 Tage früher als im langjährigen Durchschnitt begann.