Landfrauen

Kabarettist Volker Heißmann beim Landfrauentag

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Fritz Arnold
am Montag, 20.04.2020 - 09:17

Lachen macht immun gegen Krankheiten – auch gegen Corona. Wenn Volker Heißmann recht hat, dann haben alle jene, die vorsichtshalber dem Landfrauentag im Kur- & Kongress-Center fern blieben, nicht nur einen vergnüglichen Nachmittag versäumt.

Bad Windsheim -  Zu ihnen gehörten die Mitglieder der Landfrauenstimmen, die absagten. Doch immerhin waren rund 300 der 500 Plätze besetzt.

Wie willst du die Bäuerinnen angesichts der gedrückten Stimmung in der Landwirtschaft zum Lachen bringen, du musst sie wohl eher beruhigen, hatte ein Freund gemeint, dem Heißmann erzählte, dass er einen Auftritt in Bad Windsheim habe. Doch immer wieder spontaner Beifall und am Ende Zugaberufe zeigten, wie gut er ankam, der sonst eher als Duo mit Martin Rassau bekannt ist.

Leben auf dem Land nicht fremd

Auch wenn Heißmann ein Fürther Stadtkind ist, ist ihm das Leben auf dem Land nicht fremd, denn seine frühe Kindheit erlebte er in den Ferien auf dem Bauernhof seiner Oma in Emskirchen und bei der Verwandtschaft in Keidenzell. Hier durfte er Blut rühren, wenn geschlachtet wurde, und beim Kalben der Kühe helfen.

Daher habe er auch großen Respekt vor der Lebensleistung der Landbevölkerung und könne nachvollziehen, dass sich die Bauern aufregen, wenn Leute teure Jeans kaufen, aber bei der Milch knausrig sind.

Dass er noch Single ist, führt er darauf zurück, dass ihm bei Hochzeiten aufgefallen sei, dass die Paare gelacht haben, wenn sie die Kirche betraten, aber weinten, als sie herauskamen. Schon beim Krippenspiel durfte er die Maria sein – da war der Weg mehr nicht weit zum späteren „Mariechen“.
Bevor Kreisbäuerin Renate Ixmeier die Bühne für Heißmann freigab, kam sie auf die Themen zu sprechen, die derzeit die Landwirte umtreiben. In jahrhundertelanger Arbeit haben die Bauern die Landschaft geschaffen, geprägt und auch nachhaltig bewirtschaftet, sagte sie. Aus diesem Grund werde das Gestalten der Region auch in Zukunft nur in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft gehen.

Mais als CO2-Fixierer

Mit Blick auf die oft kritisierte „Vermaisung“ stellte sie fest, dass ein Hektar Mais den CO2-Ausstoß von 60.000 km Autofahrt recycelt und der Jahresbedarf an Sauerstoff für 50 bis 60 Menschen erzeugt wird. So sollten wir stolz sein, dass wir mit Biogasanlagen eine Möglichkeit haben, klimaneutral Energie vor Ort zu erzeugen. So wären Maissilos nicht als Bedrohung anzusehen, sondern als ein Freudenberg, weil man mit ihnen Energiespeicher habe.

Als praktisches Beispiel für das Motto „Region gestalten“ nannte Ixmeier die Zuckerrübe. Die 15 000 Anbauer als Partner der Zuckerfabrik sicherten damit 2250 Arbeitsplätze und erarbeiten 130 Mio. € Wertschöpfung, die zu 80 % in der Region verbleiben. Kritik übte Ixmeier am „Versöhnungsgesetz“ und daran, dass einige wenige Brunnen herangezogen werden, ganze Regionen in rote Gebiete umzuwandeln und damit suggeriert werde, dass es um die Qualität des Wassers schlecht bestellt sei. Gleichzeitig erhielten Lebensmittelunternehmen, die im Landkreis mit Wasser arbeiten hohe Auszeichnungen für die Qualität ihrer Produkte.
Die Kreisbäuerin unterstrich, wie engagiert die Landfrauen die „Region gestalten“ und verwies auf Gesundheitsangebote, Kreatives, Kulinarisches und Kulturelles, um das Dorfleben zu bereichern.