Protest

Von Jahr zu Jahr weniger düngen?

Demo-Ansbach_B
Fritz Arnold
am Mittwoch, 11.03.2020 - 11:54

Landwirte monieren auf Demo vor Wasserwirtschaftsamt, dass durch Düngung unter Bedarf eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt wird.

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Ansbach - Über 50 Landwirte aus ganz Mittelfranken sowie angrenzenden Gebieten Ober- und Unterfrankens kamen zu einer Demonstration vor dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach. Nach der Problematik um die Gewässerrandstreifen, gegen die die Aktionsgruppe „Land schafft Verbindung“ (LsV) im November ihren Unmut gegenüber dem Wasserwirtschaftsamt deutlich machte, ging es diesmal um die Bereiche Grundwassermessstellen, rote Gebiete und die verschärfte Düngeverordnung.

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Die Demonstration in Ansbach war Teil von bundesweiten Aktionen und als regionale Unterstützung für eine Demonstration vor dem bayerischen Umweltministerium gedacht. Als Sprecher der überwiegend jungen Landwirte kritisierten Andreas Forster, Martin Waldmann und Andreas Geistmann gegenüber dem Chef des Wasserwirtschaftsamtes, Thomas Keller, dass die Messstellen, auf die sich die Ausweisung der roten Gebiete mit ihren erheblichen Einschränkungen der Düngung stütze, nicht repräsentativ und EU-weit einheitlich seien und teilweise auch nicht die landwirtschaftliche Nutzung wiederspiegelten.

Abwärtsspirale in Gang gesetzt

Keller verwies darauf, dass das Netz der Messstellen die Aufgabe habe, die Tendenz bei der Nitratbelastung festzustellen, seine Behörde aber nicht die roten Gebiete abgegrenzt habe. Bei den nun neu hinzukommenden Messstellen werde auch die Landwirtschaft mit einbezogen. Keller geht aber eher davon aus, dass die vermehrten Messpunkte kaum wesentlich andere Grundlagen liefern werden, da sich das Grundwasser nicht kurzfristig verändere.

Hier hakten die Landwirte ein und monierten, warum man vor der Einführung von verschärften Regelungen nicht erst abgewartet habe, welche Effekte die Düngeverordnung von 2017 bringe. Ein Landwirt fragte, ob man „uns nicht mehr haben will“, denn mit einer Düngung 20 % unter Bedarf werde eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, die zu einem Ende der Landbewirtschaftung führen würde.

Hinzu komme, dass immer neue Einschränkungen auf den Tisch kämen, die jeglicher landwirtschaftlicher Praxis widersprächen. Der Praktiker zählt dazu das Verbot, Zwischenfrüchte im Herbst anzudüngen ebenso wie das Verbot, Gülle auf gefrorenen Böden auszubringen. Kein Verständnis aufbringen könnten Landwirte, wenn in 50 km voneinander entfernten Messpunkten erhöhte Nitratwerde gemessen werden und dann ein riesiger Bereich zum roten Gebiet erklärt werde, in dessen Bereich Brunnen mit besten Werten lägen, erklärten Landwirte aus dem Bereich Forchheim und dem Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim.

Immer an die Vorgaben der Politik gehalten

Ein Landwirt erklärte unter dem Beifall seiner Kollegen: „Ich habe jahrzehntelang genau das gemacht, was die Politik wollte, und jetzt arbeite ich eingeengt zwischen Banken und Kontrolleuren.“

Keller unterstrich die Bereitschaft seiner Behörde, mit dem landwirtschaftlichen Berufsstand zusammenzuarbeiten und verwies auf eine Diskussion mit Vertretern des Bauernverbandes vor einigen Wochen. Im Übrigen sei es die Aufgabe des Wasserwirtschaftsamtes, lediglich mit Messergebnissen eine Tendenz beim Nitrat im Grundwasser aufzuzeigen. Details bei den Auflagen der Düngeverordnung kämen von politischer Seite und landwirtschaftlichen Fachstellen.