Kommunikation

Image: Mutiger und sympathisch aggressiv

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Lorenz Märtl
am Donnerstag, 26.03.2020 - 11:24

„Bauer Willi“ ermuntert beim Landfrauentag zu kreativer Kommunikation.

Ottensoos/Lks. Nürnberger Land Seit mehr als fünf Jahren ist Dr. Willi Kremer-Schillings als „Bauer Willi“ auch außerhalb der Landwirtschaft ein Begriff. Der promovierte Nebenerwerbslandwirt aus dem Rheinland setzt sich für ein besseres öffentliches Ansehen der Landwirtschaft ein, ist Initiator der Aktion „Grüne Kreuze“, Agrarblogger, Buchautor und gefragter Referent, dem es trefflich gelingt, die Leute über die verschiedensten Kanäle mit einer Mischung aus Ironie und Humor nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen zu erreichen. Das war auch beim Landfrauentag in der Mehrzweckhalle in Ottensoos nicht anders.
Die Tatsache, dass Bauern zwar beliebt sind, aber viele in der Gesellschaft die Landwirtschaft kritisch sehen, führt er auf mehrere Gründe zurück: die digitalen Medien, die zunehmende Verstädterung der Bevölkerung und vor allem das fehlende Wissen. „Die Landfrauen sind immer und überall die Stütze der Öffentlichkeitsarbeit“, sagte er. Kremer-Schillings ermunterte zu kreativer Kommunikation. „Gehen Sie auf die Leute zu und nützen Sie zur Information die digitalen Medien.“ Seine Aufforderung: „Lasst uns daher etwas mutiger und sympathisch aggressiv sein, um mit unserer städtischen Bevölkerung zu kommunizieren.“

Region gestalten

„Region gestalten“ stand auch im Mittelpunkt der Talkrunde, die Vize-Kreisbäuerin Gerdi Maußner und vlf-Frauenvorsitzende Elke Fleischmann moderierten. Landrat Armin Kroder zollte dabei den Landfrauen „allerhöchsten Respekt für ihre Arbeit und ihren Einsatz“.

Bezirksbäuerin Christine Reitelshöfer berichtete davon, dass die Landfrauentage im Rahmen des Projekts mit kenianischen Landfrauen zwischenzeitlich auch dort angekommen sind. BBV-Bezirkspräsident und Kreisobmann Günther Felßner warb für einen „Klimawandel in der Gesellschaft durch Dialog und Austausch statt Konfrontation“.

Wertschätzung für die Bäuerin

Die Liste der eingangs von Kreisbäuerin Marion Fischer begrüßten Ehrengästen aus Kirche, Politik, Verbänden, Banken und der BBV-Familie war lang und deren Anwesenheit Ausdruck der Wertschätzung für die Bäuerinnen. „Region gestalten“ habe gerade im Nürnberger Land einen sehr hohen Stellenwert. „Ob Bildungs-, Gesundheits- oder Genussregion, die Menschen, die dort arbeiten, gestalten die Region“, sagte Fischer. Dafür sei gerade auch das Ehrenamt wichtig.

Mit erfrischenden Liedbeiträgen brillierte der Landfrauenchor (im neuen Dirndl) unter der professionellen Leitung von Susanne Wittekind. Den Landfrauentag bereicherte auch Fritz Stiegler – Haselnussbauer im Haupt- und Mundartdichter im Nebenberuf – aus Gonnersdorf. In seinen Gedichten und Geschichten hielt er den Franken mit all ihren Stärken und Schwächen mit hinter- und tiefsinnigem Humor den Spiegel vor.