Entwicklung

Holz effizient mit Holz schützen

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Ludwig Holly
am Freitag, 28.05.2021 - 05:27

Eine Wuchshülle aus Naturmaterial soll bald auf dem Markt kommen. Auch der Wirtschaftsminister interessiert sich für die Dendron-Holzschutzhülle.

Rund 60 Hektar Wald bewirtschaftet Dr. Hans Walther im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Leider kommt er bei der Verjüngung und beim Waldumbau nicht ohne Schutzhüllen aus. Besonders lästig ist, dass die Hüllen nachdem sie ihren Dienst getan haben, wieder eingesammelt werden müssen. Das macht Arbeit und verursacht Kosten. Also hat Walther sich daran gemacht, eine Schutzhülle zu entwickeln, die im Wald verbleiben kann. Nach längerem Experimentieren, wie er sagte, entstand die Dendron-Holzschutzhülle, die er zusammen mit seinem Partner Dr. Alfred Meyerhuber über die neu gegründete Walthmeyer GmbH vertreibt.

Ihr Produkt konnten sie jetzt auf Einladung des 1. Vorsitzenden der WBV Ebersberg Werner Fauth einem wegen Corona begrenzten kleinen Kreis in einem Wald in der Nähe von Ebersberg vorstellen. Die Dendron-Holzschutzhülle besteht aus vier 2,0 mm starken, 9 cm breiten und 100 cm langen Fichten- oder Kiefern-Holzschindeln, die mit drei Jutehaltebändern miteinander verbunden sind. Bei der Montage wird zuerst ein Haltestab aus Eiche gesetzt und dann werden die zusammen gefalteten Schindeln an den Haltebändern am Stab mit Eisenklammern befestigt.

Damit sie länger hält, wird die Holzschutzhülle mit einem Abstand von rund 10 bis 15 cm zum Boden montiert. „Lichteinfall und Luftzirkulation für das ungestörte Pflanzenwachstum sind von oben und durch die senkrechten Schlitze, die bei der Montage der Hülle am Haltestab entstehen, gewährleistet“, erläutert Walther.

Dr. Heinz Utschig, Leiter des Forstbetriebes Wasserburg der Bayerischen Staatsforsten, bewertete das Material und die Befestigung der Holzschindeln am Juteband als sehr gut. Der Durchzug sei gut und die Stabilität hoch. „Der Erfolg des Dendrons hängt von der Lichtdurchlässigkeit und dem Preis pro Stück ab. Deshalb ist es wichtig, dass die Lichtmessungen gemacht werden, um den Beweis zu haben, dass genug Licht durch die Holzschutzhülle an die Pflanze kommt“, erklärte Dr. Utschig.

Das sieht auch Wolfram Rothkegel von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) so. Auf Nachfrage teilte er mit: „Ob das Licht ausreicht, ist schwer zu beurteilen und muss durch entsprechende Untersuchungen noch belegt werden“. Es könnte deshalb sein, dass man die Holzschutzhülle nur auf der Freifläche verwenden kann, weil beim Voranbau unter Schirm die Pflanze vielleicht zu wenig Licht bekommt.

Nach Angaben der Hersteller ist kein Rückbau der Schutzhülle notwendig, da das Naturmaterial im Wald verbleiben kann. Ganz so eindeutig ist es aber offenbar nicht. „Es muss rechtlich belegt werden, ob die Hüllen als Ausnahme vom Kreislaufwirtschaftsgesetz nach der Zweckerfüllung tatsächlich im Wald verbleiben dürfen. Das hoffen wir natürlich“, so LWF-Experte Rothkegel. Die Hersteller sind zuversichtlich, dass sie im Herbst mit dem Produkt auf dem Markt sind.