Jagdgenossenschaft

Hohe Schwarzwildschäden

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Stephan Herbert Fuchs
am Mittwoch, 26.02.2020 - 09:44

AG Jagdgenossenschaften in Oberfranken ziehen ernüchternde Jahresbilanz.

Bayreuth - Zurückgehende Abschusszahlen, aber unverändert hohe Schäden durch das Schwarzwild musste Harald Roder, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Jagdgenossenschaft im Bauernverband, bei der Jahresversammlung in Bayreuth vermelden. Der Trend sei so nahezu in allen Teilen Oberfrankens festzustellen. Nach wie vor seien Ackerflächen immens geschädigt und ganze Wiesen umgegraben, sagte Roder.

Als Grund für den Rückgang der Abschusszahlen nannte er den trockenen Sommer und den ausbleibenden Schnee. Um der Lage Herr zu werden, seien viele Ausnahmegenehmigungen für den Einsatz von Nachtzielgeräten beim Landratsamt beantragt worden. Um die 250 Anträge hätten bislang vorgelegen. Roder sprach von einem legitimen Mittel, um die Schwarzwildbestände zu regulieren.
Das sei auch bitter nötig, denn die Wildschweine bringen nicht nur erhebliche Schäden in der Flur mit sich, sie gelten auch als Hauptträger der Afrikanischen Schweinepest. „Es ist nicht mehr die Frage, ob sie kommt, sondern wann sie kommt“, zeigte sich der Vorsitzende pessimistisch. „Irgendwann wird es uns treffen“, so Roder, der darauf verwies, dass die Schweinepest in Polen, nur noch wenige Meter von der deutschen Grenze entfernt ist. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.
Allen Landwirten legte er dringend ans Herz, eine Ernteversicherung abzuschließen. Wenn die Schweinepest festgestellt wird, soll es nicht unerheblich Sperrgebiete geben, in denen keine Ernte mehr möglich ist. Die Ausfälle sollten zwar durch staatliche Gelder ersetzt werden, aber erst nach Abschluss entsprechender Sperrfristen und Bearbeitungszeiten. Wenn die Betriebe solange liquide bleiben wollen, müssten sie auch eine Ernteschutzversicherung haben.
Aufgrund der extremen Waldschäden hat sich laut Roder auch die Rehwildproblematik fortgesetzt. Die Tendenz sei schlechter, als in den Vorjahren. Da auf den meisten Flächen aufgrund der Größe keine Umzäunung möglich ist, appellierte der Vorsitzende an die Waldbesitzer, verstärkt auf Naturverjüngung zu setzen, um den Waldumbau voran zu bringen.
Nach den Worten von Armin Heidingsfelder, dem Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Mittelfranken, gehört in erster Linie die aktive Mitwirkung der Jagdgenossenschaft bei der Abschussplanung und beim Vollzug zu den Möglichkeiten der Jagdgenossenschaften, auf einen angepassten Wildbestand hinzuwirken. Heidingsfelder wies einmal mehr auf die besorgniserregende Situation des Waldes hin aufgrund von Dürre, Insekten, Pilzbefall, Stürmen und auch von Waldbränden hin. „Wenn wir wieder so ein trockenes Jahr kriegen, wird es mit den Schäden so weitergehen.“ Das sei auch Anlass genug, das Thema angepasste Bestände und damit die Rehwildbejagung verstärkt anzugehen.