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Waldbesitzer

Hoffen auf bessere Zeiten

Jahreshauptversammlung-WBV-Lichtenfels-Staffelstein_LF
Stephan Stöckel
am Donnerstag, 09.04.2020 - 09:28

Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Lichtenfels-Staffelstein.

Hochstadt am Main/Lks. Lichtenfels - Die Dürre und der Borkenkäfer zwangen im Jahr 2019 viele Waldbauern, ihr Holz zu verkaufen. Die Holzvermarktungsmenge der WBV Lichtenfels-Staffelstein schnellte um satte 66 % von 22 180 auf 36 923 fm Holz. Auch der Gewinn, der 2018 bei bescheidenen 1000 € gelegen hatte, machte einen deutlichen Sprung nach oben. 145 000 € lautete das von Steuerberater Christoph Eube von der Steuerberatungsgesellschaft „Treukontax“ bei der Jahreshauptversammlung in Höchstadt verkündete Umsatzplus.

Mal wieder Grund zur Freude

„Nach einigen Jahren im mageren Plus ist das mal wieder ein Grund zur Freude“, freute sich Vorsitzender Robert Hümmer. Von einem „erfreulichen Ergebnis“ sprach auch Kassenprüfer Günther Knorr.

Kehrseite der Medaille: Aufgrund des Überangebotes sind die Preise derzeit im Keller. „Die Waldbauern litten im vergangenen Jahr unter einer Erlösminderung“, stellte BBV-Kreisobmann Michael Bienlein fest. Zugleich ist er zuversichtlich, dass bessere Zeiten kommen werden.
WBV-Geschäftsführer Harald Quinger riet den Waldbesitzern, vermehrt Laubholz einzuschlagen. „Die Brennholzpreise in diesem Segment liegen über dem für Käferschadholz aus Fichtenbeständen.“ Zudem empfahl er: „Regelmäßige Durchforstungen tragen schlechte Jahre mit.“
Der Borkenkäfer, der sich aufgrund des trockenen Sommers ungebremst vermehren konnte, hatte die Forstwirte zum zweiten Mal hintereinander zu ungeplanten Baumfällungen gezwungen. „2019 hat im Schnitt jeder Besitzer zwei Mal verkauft“, stellte Quinger fest. Kehrseite der Medaille: Es wurden vor allem kleine Holzmengen verkauft. Sie hätten, so der Fachmann, 20 % der Vermarktungsmenge dargestellt, aber 65 % der Arbeitszeit für den Holzverkauf verbraucht.
Zum 31. Dezember 2019 zählte der Verein 2376 Mitglieder. 38 Neuzugängen standen laut Quinger 25 Abgänge gegenüber.
Hümmer beklagte den Zustand der heimischen Wälder, der sich im vergangenen Jahr bayernweit aufgrund der Dürre deutlich verschlechtert habe. Jörg Ermert, der Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken, sah einen Hoffnungsschimmer am Horizont. Die Wetterbehörde der USA sagt für dieses Jahr einen normalen Sommer für die gemäßigten Klimazonen voraus. „Dann wird sich auch der Holzpreis wieder erholen“, ist Ermert überzeugt.
Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch. Das verdeutlichte der Betriebsleiter des Forstbetriebs Ebrach, Ulrich Mergner, in seinem Vortrag „Nützen trotz Schützen“. „Nutzen Sie jede Möglichkeit, die Baumartenvielfalt zu erhöhen und legen Sie dabei keine Fremdenfeindlichkeit an den Tag“, sagte er.
Vize-Landrat Helmut Fischer und zweiter Bürgermeister Max Zeulner aus Hochstadt gratulierten der WBV zu ihrem Umsatzplus. Forstoberrat Christoph Hübner vom AELF Coburg wies auf die gestiegenen Fördergelder für Wiederaufforstungen hin.

„Goldene Heppe“
für zwei Waldbesitzer

Verdient gemacht um den Waldumbau haben sich Bernhard Jung aus Ebensfeld, dem drei Hektar Wald gehören, und Hans Schauer aus dem Bad Staffelsteiner Ortsteil Serkendorf, der 15 ha Wald besitzt. Seit Jahren pflanzen sie in ihren Wäldern Laubbäume, die dem Klimawandel trotzen.