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Wetter

Hitze bereitet Landwirten große Probleme

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Fritz Arnold
am Montag, 11.07.2022 - 14:23

Die fränkischen Landwirten sehen sich mit mehreren Herausforderungen konfrontiert. Auch zu Dürreschäden kam es in diesem Jahr.

Warzfelden/Lks. Ansbach Die Nahrungsmittelverteuerung infolge des Angriffskrieges auf die Ukraine und die Trockenheit waren die bestimmenden Themen beim Erntepressegespräch des Bayerischen Bauernverbandes in Warzfelden. Während der südliche und östliche Landkreis bei den Gewitterniederschlägen der letzten Zeit besser wegkamen als der Norden und Westen, sind hier deutliche Dürreschäden festzustellen.

Konnte die zum Teil schon gedroschene Wintergerste noch zufriedenstellende Erträge liefern, da sie noch von der Winterfeuchtigkeit profitierte, seien die Aussichten bei den Sommerfrüchten nicht gut. Da waren sich die Kreisvorstandsmitglieder des BBV Ansbach einig mit Wolfgang Kerwagen, dem Chef des Landwirtschaftsamtes. Kommt kein Regen, wird es auf den Wiesen keinen dritten Schnitt geben.

Die Hitze ist ein Problem

Als Problem auf den Fluren stellt sich nicht nur der Wassermangel dar, sondern auch die Hitze. Am allermeisten noch beim Winterweizen. „Steigt die Temperatur auf über 25 Grad, stellt der Winterweizen auf Notreife um“, sagte Kerwagen.

Stefan Schmidt, auf dessen Betrieb die Feldbesichtigung stattfand, vermutet, dass die Druschergebnisse insgesamt noch befriedigend ausfallen werden. Sorge bereitet ihm, dass überhaupt nicht einzuschätzen sei, wie die Preisentwicklung weitergehe. Dies treffe sowohl die Schweinemäster, wie auch die Putenmäster, die viel Futter zukaufen müssen.

Kreisobmann Ernst Kettemann sieht zunehmend ein Problem darin, dass wegen der Düngeverordnung mit einer verringerten Stickstoffmenge immer seltener Backqualitäten erzeugt werden können. Nun stehe aber auch kein Weizen aus der Ukraine zum Aufmischen zur Verfügung. Wenn heute oft lautstark gefordert werde, wegen des Hungers auf der Welt kein Getreide in den Futtertrog zu geben, dann werde dabei übersehen, dass manche Getreidearten nicht für die menschliche Ernährung geeignet seien, sagte Kettemann. Aus dem Raps lassen sich nur 40 % Speiseöl herauspressen, während 60 % in Form von Rapskuchen nur über Tiermägen als Eiweißfutter zu verwerten seien.

Alles in Allem wird wegen der Trockenheit damit gerechnet, dass sich weithin in den Ähren nur kleine Körner mit niedrigem 1000-Korngewicht entwickeln. Dies werde auch beim Körnerraps vermutet.

Früh gesäter Mais steht gut, während spät gesäte Maisfelder nach Winterzwischenfrüchten dringend Regen brauchen.

Die Versorgungssicherheit gewährleisten

Der stellvertretende Landrat Hans Henninger hob hervor, dass die heimische Landwirtschaft wichtig bleibe und durch den Ukrainekrieg wieder einen höheren Stellenwert erhalte. Er unterstrich die Notwendigkeit eines Stromnetzausbaus in der Region, um nicht PV-Anlagen und Windräder vom Netz nehmen zu müssen, während in Nürnberg mit Gas Strom erzeugt werde.

Der stellvertretende Kreisobmann Karlheinz Brand kritisierte die Berliner Pläne für eine Stilllegung von 4 % der Ackerfläche. Viel sinnvoller wäre es, auf einem halben Prozent der Äcker Blühpflanzen zum Nutzen der Insekten und der Artenvielfalt anzubauen sowie die anderen 3,5 % zur Weizenproduktion zu nutzen. Wie aus der neuesten Statistik hervor geht, werden im Landkreis Ansbach auf knapp 40 000 ha Ackerfläche je zur Hälfte Gerste und Weizen angebaut. Auf 22 % steht Mais und auf fünf Prozent Ackerfutter. Raps wird auf drei Prozent, Zuckerrüben sowie Kartoffeln und Gemüse auf je 0,3 % angebaut. Fritz Arnold