Abschluss

Helden des Feldes trotzten Corona

Verabschiedung Roth
Jürgen Leykamm
am Donnerstag, 15.04.2021 - 15:25

Die Zeugnisse wurden an 25 staatlich geprüfte Wirtschafter für Landbau in Roth vergeben. Alle haben erfolgreich bestanden.

Wegen Corona konnte die Übergabe der Zeugnisse an die 25 staatlich geprüften Wirtschafter für Landbau nur im Rahmen einer Feier im kleinen Kreis vonstatten gehen. Die Leistung der Absolventen durfte in der Aula der Rother Landwirtschaftsschule umso höher bewertet werden: Bestanden haben alle Prüflinge, 14mal gab es eine Endnote mit einer eins vor dem Komma. Der Klassendurchschnitt beträgt 1,85 – und das Spitzentrio war diesmal ein Quintett.

Den ersten Platz sicherte sich Dominik Loy (Gunzenhausen, Lks. Weißenburg-Gunzenhausen) mit einer Endnote von 1,25. Rang zwei mit der Note 1,43 teilten sich Theresa Eichenseer (Velburg-Dantersdorf, Lks. Neumarkt), Lukas Fischer (Gunzenhausen-Stetten) und Franz-Xaver Obeth (Hemau-Albertshofen, Lks. Regensburg). Aufs Bronzetreppchen gelangte Stefan Wolf (Ottensoos, Lks. Nürnberger Land; 1,56). Die Ersplatzierten konnten sich über Geld- und Sachpreise sowie Stipendien freuen.

Trotz des beachtlichen Abschneidens der Absolventen gab es auch nachdenkliche Worte zu hören: „Dieses Semester hat mir so viele Sorgen bereitet wie kein anderes zuvor“, bekannte etwa der scheidende Schulchef Werner Wolf (Onkel des Drittplatzierten). Das habe aber nicht an den Studierenden gelegen, sondern an der Pandemie.

Viele Fahrten und Exkursionen seien nicht möglich gewesen, zudem habe der Unterricht je nach Vorgaben immer wieder neu organisiert werden müssen. All dies aber hätten die 23 Herren und zwei Damen in den zurückliegenden eineinhalb Jahren mit „einer tollen Gemeinschaftsleistung“ gemeistert, würdigte der Schulleiter.

Erfreut zeigte er sich von den fast ausnahmslos positiven schriftlichen Rückmeldungen aus den Reihen der neuen Agrarprofis. In den Zeilen war von „guter Klassengemeinschaft“ die Rede. Das Selbstbewusstsein sei gestiegen und viele fühlten sich nun bestärkt darin, den elterlichen Betrieb einmal weiterführen zu können.

Als „ereignisreich und spannend“ wertete Semesterleiter Johannes Überacker die vergangenen 18 Monate, in denen der Junglehrer erstmalig eine Klasse erfolgreich zum Abschluss führte. Dem Wechsel in den Online-Unterricht ab Mitte Dezember sei „ein erstaunlicher Erfolg“ beschieden gewesen, zeigte er sich erleichtert. Mit einem Dekobrett dankten die Absolventen ihm.

Als besonders wichtig für den Teamgeist habe sich der Besuch des Pappenheimer Klettergartens sowie des dortigen Bildungszentrums erwiesen. Dort ist auch ein eigenes Lied der Studierenden entstanden: „Jeder ist ein Held auf seinem Feld!“ Die „Bürokratie ist so schlimm wie noch nie!“ heißt es zudem protestierend in dem Lied.

Die Hausarbeit, die sich mit dem Durchrechnen der eigenen Betriebe befasste, „umfasste bis zu 250 Seiten“, so der Semesterleiter. Die Absolventen bräuchten aber keine Angst vor der Zukunft zu haben. So unterstrich es der Bilderrückblick von Andrea Rupprecht, der stellvertretenden Klassensprecherin. Der Rother Weihnachtsmarkt wurde ebenso besucht wie der Triesdorfer Bodenbearbeitungstag. Immerhin standen auch drei Betriebsbesichtigungen auf der Agenda. Klassensprecher Georg Urban mahnte mit Albert Einstein an, nicht nur auf Veränderungen zu warten, sondern sie selbst herbeizuführen. Wer nicht so handle, gleiche einem, der an einer Bushaltestelle auf ein Schiff warte. Jürgen Leykamm