Ausbildung

Hauswirtschafterinnen und Landwirte freigesprochen

Landwirtschaftliche Ausbildung
Fritz Arnold
am Donnerstag, 31.10.2019 - 07:02

In einer Feierstunde zur Freisprechung haben in der Landwirtschaftsschule neun Hauswirtschafterinnen und 24 Landwirte sowie vier Fachpraktikerinnen Hauswirtschaft im Beisein zahlreicher Gäste sowie Ausbilder und Eltern ihre Gehilfenbriefe erhalten.

Ansbach - Sie konnten von der Schulleitung, Lehrern und Grußwortrednern viele Glückwünsche für den erfolgreichen Start ins Berufsleben entgegennehmen. Auch wenn die Landwirte viel Kritik aus der Gesellschaft erfahren und sich gewaltige Veränderungen abzeichnen, hat die Landwirtschaft Zukunft, gab sich Wolfgang Kerwagen überzeugt. Denn nach Ansicht des Chefs des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten seien die Herausforderungen der Zukunft auch in Zusammenhang mit dem Klima und der Artenvielfalt ohne Bauern nicht zu lösen. „Auch ich verstehe viele Dinge etwa aus der Düngeverordnung nicht“, räumte Kerwagen ein, doch sei es trotzdem wichtig, offen für den Dialog mit der Gesellschaft zu sein.

Laut Ausbildungsberater Walter Lilly sei trotz eines erheblichen Rückgangs der Betriebe die Zahl der Auszubildenden kaum gefallen. Vor 30 Jahren waren es im Landkreis Ansbach 65 Berufsanfänger, heute sind es noch 60.

„Warum reißen sich Männer nur im Bundestag um den Haushalt“, fragte Schulleiterin Gretel Bauer. Sie sprach damit an, dass nach wie vor hauswirtschaftliche Tätigkeiten hauptsächlich von Frauen wahrgenommen würden. Sie rief zu einem Wettbewerb um Ideen auf, ob mit einer neuen Berufsbezeichnung anstelle von Hauswirtschaft vielleicht die Attraktivität gesteigert werden könnte.

MdL Andreas Schalk bedauerte, dass die Diskussion um die Landwirtschaft fast religiöse und ideologische Ansätze habe. Er hoffe, dass es gelinge, die Dinge wieder sachlicher angehen zu können. Stellvertretender Landrat Stefan Horndasch unterstrich, dass die Landwirtschaft eine Zukunft haben werde, denn „sonst würde der Landkreis nicht zwölf Millionen Euro in eine neue Berufsschule in Triesdorf investieren“. Allerdings passten derzeit Reden und Handeln oft nicht zusammen. Man möchte alles möglichst regional und Bio, sei aber nicht bereit dafür Geld auszugeben, sagte Horndasch.

Sprungbrett für berufliche Entwicklung

Ausbildung

Dass eine hauswirtschaftliche Ausbildung ein Sprungbrett zur weiteren beruflichen Entwicklung sein kann, zeigte in einem Referat Marina König aus Pleinfeld auf. Nach Jobs in Seniorenheimen in Greding und Herrieden ist die 30-Jährige nun Fachlehrerin an der Berufsschule in Gunzenhausen.

Als beste Hauswirtschafterinnen ausgezeichnet wurden Katja Ziegler aus Langfurt, Heike Welz aus Aufkirchen und Stefanie Kloos aus Schopfloch-Dickersbronn.

Beste Gehilfen sind Johannes Popp (Windelsbach-Hornau), Lukas Volkert (Roth- Bernlohe) und Michael Mixa (Großhabersdorf-Oberreichenbach).