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Gehilfenprüfung

Grüne Berufe sind wieder in

Hochschule Dual: Die neuen Absolventen freuen sich über den erfolgreichen Abschluss.
Fritz Arnold
am Donnerstag, 24.11.2022 - 13:15

Grüne Berufe sind bei der Jugend wieder angesagt. Die Zahlen der Gehilfenprüfung für Landwirte steigen.

Duale Ausbildung: 61 junge Menschen haben die klassische landwirtschaftliche Ausbildung abgeschlossen.

Triesdorf/Lks. Ansbach Während andere Branchen über mangelnden Nachwuchs klagen, kann sich die Landwirtschaft über gutes Interesse an ihrem Beruf freuen. Die Ausbildungszahlen sind mit rund 700 seit zwölf Jahren in Bayern stabil und heuer sogar auf 732 angestiegen. Auch in Mittelfranken erhielten mit 123 jungen Leuten bei der zentralen Abschlussfeier für Mittelfranken deutlich mehr junge Leute die Gehilfenbriefe als in den vergangenen Jahren, davon waren ein Viertel Frauen. Ministerialrat Dr. Michael Karrer vom bayerischen Landwirtschaftsministerium freute sich in seiner Festrede, dass 30 Prozent nicht aus der Landwirtschaft stammen. Damit zeige sich, dass grüne Berufe bei den jungen Menschen wieder „in“ seien. Offensichtlich werde erkannt, dass es sich bei der Landwirtschaft um den schönsten Beruf handele, weil in der Natur gearbeitet werde und es gleichzeitig um den wichtigsten Beruf für die Menschheit gehe. „Ohne Strom können wir leben, aber nicht ohne Lebensmittel,“ so Karrer.

Bildungsprogramm Landwirt (Bila): Die Teilnehmer nahmen die Gesellenbriefe stolz entgegen.

Allerdings stellten sich neue Herausforderungen. Vorbei seien die Zeiten, als 1770 die Landpfarrer angewiesen wurden, die bäuerliche Bevölkerung durch „aufgeklärten und praktischen Unterricht im Ackerbau an Sonn- und Feiertagen nach dem Gottesdienst fachlich weiterzubilden und auf den selbstbewirtschafteten Feldern ein praktisches Beispiel dafür zu geben.“ Allerdings, so der Ministerialrat, werde die Landwirtschaft heute komplexer. Neben dem Sicherstellen der Ernährung gelte es gleichzeitig den Dialog mit der Gesellschaft zu führen. Den jungen Leuten gab er den Rat, sich drei Jahre Zeit für die Fortbildung zu nehmen. Für die Übernahme des elterlichen Betriebes hält Dr. Karrer den Besuch der Landwirtschaftsschule und der Höheren Landbauschule für den besten Weg.

Möglichkeiten zur Fortbildung nutzen

Wer mehr in die Dienstleistung gehen wolle, wähle wohl besser die Technikerschule. Der neue Vizepräsident des mittelfränkischen Bauernverbandes, Peter Köninger aus Kreben, ermunterte, die Fortbildungsmöglichkeiten zu nutzen. Er überreichte an die Jahrgangsbesten Gutscheine für Bildungsaufenthalte im Haus der Bayerischen Landwirtschaft in Herrsching am Ammersee.

Von den 123 Absolventen wählten 61 die duale Ausbildung mit einem Jahr Berufsgrundschuljahr sowie die zweijährige praktische Ausbildung mit Besuch der Berufsschule. 38 hatten schon eine andere Berufsausbildung hinter sich und eigneten sich über nebenberufliche Schulungen die landwirtschaftlichen Kenntnisse an. 24 Absolventen verbanden den Hochschulbesuch mit Praktika auf Betrieben.

Die besten Absolventen

In der dualen Ausbildung als Beste ausgezeichnet wurden: Berenike Isabelle Kröck (Steinkirchen), Jasmin Oberst (Stopfenheim) und Tim Alexander Semlinger (Erlangen); in der Gruppe der Bila-Absolventen Alfred Hock (Höchstadt), Michael Kirsch (Dittenheim, Andreas Bauer (Stirn) und Clemens Häupler (Ansbach) sowie bei den Absolventen Hochschule Dual Johanna Würtenberger (Leutkirch), Fabian Böck (Münsterhausen), Peter Gerstmeier (Buchdorf) und Sandra Herding (Weihenzell).