Ernte

Futtersituation teils wieder prekär

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Lorenz Märtl
am Montag, 29.07.2019 - 13:13

Bei der Erntepressekonferenz des BBV Nürnberger Land gibt es nur zurückhaltende Prognosen.

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Raitenberg/Velden „Wenn der Regen weiter ausbleibt wird es eine schwierige Situation“, bringt Mittelfrankens Bauernpräsident und BBV- Kreisobmann im Nürnberger Land, Günther Felßner, bei der Pressekonferenz zu Beginn der Ernte die aktuelle Situation auf den Punkt. „Bis Anfang Juni hatten wir vernünftige Niederschläge und die Bestände auf den Feldern haben sich gut entwickelt“, sagte Felßner. Als es dann heiß und wieder trocken wurde habe man zuschauen können wie die guten Bestände litten.

Dass 2018 auch für den Landhandel ein sehr schwieriges Jahr war, verdeutlichte Günther Zäh, Geschäftsführer der Raiffeisen Waren GmbH Nürnberger Land. „Wir haben in der Kampagne 40 Prozent weniger Getreide erfasst, wohl auch deswegen, weil viele aus Angst vor Futternot weniger vermarktet haben.“ Bei Raps waren es gar minus 70 % was auch dazu geführt habe, dass der Anbau noch weiter zurückgehe.

Angesichts der geschädigten Grasnarbe war entsprechendes Saatgut stark nachgefragt. Voll eingeschlagen hätten Blühmischungen. Gute Ergebnisse bringe dieses Jahr lediglich die Wintergerste, deren Ernte weitgehend abgeschlossen ist. Triticale und Hafer wurde in vielen Bereichen als Futtervorrat siliert, der Roggen stehe relativ gut während über dem Weizen ein großes Fragezeichen stehe. Die Ertragsprognosen gehen von minus 15 bis 20 % im Vergleich zu einer durchschnittlichen Ernte aus.
Jürgen Scharrer, Mastschweinehalter und Milchbauer aus Henfenfeld befürchtet vor allem beim Mais wieder große Probleme. Der Bestand auf den leichten Sandböden erinnere ihn an das letzte Jahr. Lediglich in den Pegnitzauen stehe er gut. Was das Grünland anbelange war der erste Schnitt gut, „der zweite war hundsmiserabel und jetzt ist die Weide schon wieder total verbrannt.“ Dies bestätigt auch stellvertretender Kreisobmann Siegfried Schmidt, der in Reuth einen Milchviehbetrieb bewirtschaftet.
Als nach wie vor prekär wird die Futtersituation geschildert. Die wenigsten sind ohne Zukauf ausgekommen. Siegfried Schmidt hat seinen Maisvorrat bereits aufgebraucht und greift seit zwei Wochen bereits auf den silierten ersten Schnitt zurück. Und wenn der dritte Schnitt ausfalle dann müsse er wieder zukaufen. Das verkrafte kein Betrieb auf Dauer. Eine Erleichterung ist zumindest, dass Landwirte in Mittelfranken Brachen und Greeningflächen für Futtergewinnung nutzen dürfen.
Was die Dürrehilfe im letzten Jahr anbelangt kamen aus dem Nürnberger Land 99 Anträge, fast so viele wie aus dem größeren Ansbacher Raum. Das habe, so Felßner, in der extremen Situation enorm geholfen. „Schwierig wird es, wenn wir heuer wieder in die gleiche Situation kommen.“

Einen Überblick für Mittelfranken gab BBV-Geschäftsführer Helmut Wolf. Im Kreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim ständen die Winterungen gut, allerdings brauche der Weizen dringend Niederschlag. Wintergerste und Triticale versprechen keine schlechte Ernte, Sommergerste leicht unterdurchschnittlich, Mais und Zuckerrüben stehen gut. Im Bereich Ansbach sieht es ähnlich aus. Während aber auch hier die Niederschläge fehlen sieht es im Raum Weißenburg besser aus. Dort geht man davon aus, „dass die Erträge nicht so schlecht sein werden“. Weniger gut ist es in den Bereichen Roth und Erlangen mit den leichten Böden: Tendenz schlecht bis miserabel.