Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Kooperation

Eine fruchtbare Symbiose eingehen

Fischbacher-Weidevielfalt_LF
Stephan Stöckel
am Montag, 05.07.2021 - 14:18

Mit dem Projekt „Fischbacher Weidevielfalt“ wollen der bayerische Naturschutzfonds und eine Stiftung die Artenvielfalt fördern.

Fischbach/Lks. Kronach Landwirt Michael Schubert aus Eichenbühl im Landkreis Kronach betrieb jahrelang auf der Hochfläche über Fischbach Ackerbau. Rund 1000 € habe er jährlich in einen Hektar investieren müssen. In manchen Jahren seien 1100 € herausgesprungen, in anderen aber nur 800 €. Der starke wirtschaftliche Druck habe ihn zum Umdenken und zur Teilnahme an dem Projekt „Fischbacher Weidevielfalt“ bewogen. „Das ist für mich weniger Stress. Außerdem erhalte ich für den Hektar 300 bis 400 € mehr im Jahr“, sagt er. Sein Vater Heinz Schubert hilft ihm bei der Weidetierhaltung.

Auf der Hochebene östlich der Stadt Kronach entsteht eine „halbwilde“ Weidelandschaft. Neun Angusrinder lässt Michael Schubert auf einer Fläche von zwölf Hektar acht Monate lang im Jahr weiden. Dadurch entstehen vielfältigste Kleinstrukturen, die von Suhlen über kleine Rohbodenstellen bis hin zu Hutebäumen reichen.

Fischbacher-Weidevielfalt_LF

Der Rinderdung ernährt Käfer und andere Insekten, die wiederum Feldlerchen und Braunkehlchen als Nahrung dienen. Auf der Weide finden mehr Tiere und Pflanzen Raum zum Leben als in der „normalen Agrarlandschaft“. Das Projekt, bei dem landwirtschaftliche Nutzung und Naturschutz eine fruchtbare Symbiose eingehen, läuft noch bis Dezember 2023. Jetzt wurde Zwischenbilanz gezogen. Landwirte, Kommunalpolitiker, Finanziers sowie Vertreter von Behörden und Naturschutzverbänden kamen zusammen.

Die Gesamtkosten für das Projekt, das am 31. Dezember 2023 ausläuft, belaufen sich auf 1,1 Mio. €. Der bayerische Naturschutzfonds aus München fördert das Vorhaben, an dem sich insgesamt vier Landwirte beteiligen, mit 85 %. Die restlichen 15 % übernimmt die Stiftung Lebensräume für Mensch und Natur, die ebenfalls ihren Sitz in München hat. Deren Vorsitzender Dr. Christoph Hiltl sagt: „Wir wollen hier keine Wildnis schaffen, sondern eine etwas andere Landwirtschaft etablieren, die der Natur etwas bringt und zugleich den Bauern eine Existenzgrundlage ermöglicht“.

Bisher wurden 49 ha von der Stiftung Lebensräume für Mensch und Natur erworben oder gepachtet. Das Ziel ist es, auf 30 ha Rinder- sowie 30 ha Schaf- und Ziegenweide zu kommen.