Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Landleben

Frauen gestalten ländliche Räume

Landfrauentag-Stadtsteinach_4603
Stephan Stöckel
am Freitag, 27.03.2020 - 10:50

Aiwanger beim Kulmbacher Landfrauentag

Stadtsteinach/Lks. Kulmbach Mit Sachverstand, klaren Worten und einem ebenso klaren Bekenntnis zur bäuerlichen Landwirtschaft traf der stellvertretende Ministerpräsident Bayerns, Hubert Aiwanger, den Nerv der 350 Zuhörer beim Landfrauentag in der Steinachtalhalle. Seine frei gehaltene Rede wurde immer wieder von spontanem Applaus unterbrochen.

Aiwanger ging hart ins Gericht mit selbsternannten Tierschützern und Weltenrettern, die den Landwirten vorschreiben wollen, wie sie zu wirtschaften hätten. „Sie sind auf der richtigen Spur, wenn Sie Lebensmittel regional erzeugen und Holz aus dem eigenen Wald zur Energieerzeugung verwenden.“

Landwirtschaft wird sich weiterentwickeln

Er versprühte aber auch jede Menge Optimismus. Nach Ansicht des bayerischen Wirtschaftsministers, der gelernter Landwirt ist, werde sich die moderne IT-Technik auf dem Feld positiv auswirken. „Durch den Einsatz von Robotern, lässt sich der Einsatz von Agrarchemikalien reduzieren“, sagte er. Wie gestalten Landfrauen die ländlichen Räume Bayerns, in denen 56 % der Bevölkerung leben? Eine Antwort darauf fand Kreisbäuerin Beate Opel. Mit viel Herzblut würden die Bäuerinnen Bildungsangebote organisieren und sich der Direktvermarktung widmen. „Wer regional einkauft, steigert die Wertschöpfung und Kaufkraft in seiner Region“, stellte sie fest. Der Kauf heimischer Produkte nütze der Landwirtschaft und trage zum Erhalt einer attraktiven Kulturlandschaft bei, die den Freizeit- und Erholungswert einer Region steigere und den Tourismus belebe.

Opel ermunterte die Bäuerinnen, ihr Selbstwertgefühl und ihren Stolz in sich zu tragen. Letzteren würden sie sich tagtäglich hart erarbeiten. Hart ins Gericht ging sie mit all jenen, die den Landwirten vordiktieren wollen, wie sie zu produzieren hätten. „Von denen werde ich mir meinen Stolz nicht brechen lassen.“

Multitalent und Alleskönner

Als „Multitalente und Alleskönner“ lobte Landrat Klaus Peter Söllner die Bäuerinnen. „Sie stehen für vielfältige Betriebe und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und den Nutztieren“, sagte er. Stolz auf die Landfrauen war auch der Stadtsteinacher Bürgermeister Roland Wolfrum. Ein klares Bekenntnis zur Landwirtschaft legte Landtagsabgeordneter Martin Schöffel ab: „Ohne die Bauern hat das Land keine Zukunft!“

„Ein Hoch auf den Bauernstand und die Frauen!“, sang der Landfrauenchor Kulmbach unter der Leitung von Christina Harah Thoma. Opel überreichte dem Chor anlässlich seines 15-jährigen Bestehens einen Scheck über 100 €. Die Lacher auf ihrer Seite hatten Kreisbäuerin Beate Opel, ihre Stellvertreterin Silivia Schramm, Gudrun Passing und Manuela Vogler mit ihrem Lied „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“. Hochkarätige Tanzkunst zeigten die Aktiven des 1. Tanzclubs Rot-Gold Bayreuth.