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Entscheidung

Fränkischer Weinbauverband tritt aus

Fränkischer Wein
Ludwiga Friedl
Ludwiga Friedl
am Freitag, 02.07.2021 - 09:26

Der Fränkische Weinbauverband verlässt den Deutschen Weinbauverband. Man sei sich „wie das fünfte Rad am Wagen“ vorgekommen.

Würzburg - Der Fränkische Weinbauverband (FWV) verlässt den Deutschen Weinbauverband (DWV) zum Jahresende 2021. „Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht“, sagte FWV-Präsident Artur Steinmann auf Anfrage des Wochenblatts. Nach reiflicher Überlegung habe das Präsidium des FWV diese Entscheidung getroffen, weil man sich immer vorgekommen sei „wie das fünfte Rad am Wagen“.

Der FWV vertritt mit 500 Mitgliedern, zu denen auch die großen Genossenschaften mit bis zu 2500 Mitgliedern gehören, und 6200 ha Rebflächen rund 90 Prozent der Fränkischen Winzer. Damit ist er einer der kleineren Landesverbände im DWV.

Zeitenwende für den deutschen Weinbau

Die EU hat vor über zehn Jahren mit der verpflichtenden Einführung von geschützten Ursprungsbezeichnungen und geschützten geografischen Angaben eine Zeitenwende für den deutschen Weinbau eingeleitet, erklärt der FWV in einer Pressemitteilung. Der FWV habe stets darauf hingewiesen, dass sich der DWV dieser neuen Situation stellen muss.

Die Vorgänge um die Weingesetzgebung seit 2019 hätten gezeigt, dass alle Bundesländer als „weinbautreibende Bundesländer“ betrachtet werden müssen. Die Abstimmungen im Agrarausschuss des Bundesrats und im Bundesrat selbst hätten dies deutlich gezeigt. Es müsse also im Interesse eines Deutschen Dachverbandes liegen, diese neuen Entscheider anzusprechen und einzubinden. Ein Wille zur Veränderung sei trotz der Intervention mehrerer Mitgliedsverbände nicht erkennbar. Die eingesetzte „Zukunftskommission“ habe keine Ergebnisse gebracht, die den DWV weiterentwickeln könnten, bedauerte der FWV.

Neue Wege der Zusammenarbeit werden gesucht

Das Präsidium des FWV habe nach intensiven Diskussionen feststellen müssen, dass die „Heilbronner Beschlüsse“ des DWV zur Weingesetzgebung nicht in der Weise vom DWV vertreten wurden, wie es von einem Dachverband erwartet werden würde. Ein „Weiter so“ könne das Präsidium des FWV nicht länger mittragen. Der FWV ist jedoch davon überzeugt, dass sich zukünftig neue Wege der Zusammenarbeit bilden werden. Steinmann verspricht: „Weder die fränkischen Winzer, noch ihre Weinkunden, werden von dem Entschluss etwas merken.“LF