Forsttechnik

Forstarbeit einfacher und sicherer mit Rückewagen

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Rosi Thiem
am Dienstag, 19.05.2020 - 10:58

Für den neuen Rückewagen der Forstbetriebsgemeinschaft Pegnitz gab es eine professionelle Einweisung.

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Haßlach/Lks. Bayreuth „Es darf nur jemand fahren, der die Einweisung gemacht hat“, stellte Werner Lautner, der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Pegnitz fest. Und dieses Mal kamen – trotz Corona – alle Mietvorauszahler des neu angeschafften 12 Tonnen-Holzrückewagens der FBG nach Pottenstein-Haßlach. Jeder einzelne wird eingewiesen, damit er ihn selbstständig benutzen darf.
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„Bereits in der Einladung haben wir auf die Corona-Sicherheitsvorschriften verwiesen“, so Lautner. In der Tat zeigte sich eine präzise vorbereitete Einführung, mit Sicherheitsabstand, Handschuhen, Schutzmasken, Desinfektionsmitteln und der momentanen Situation durchaus bewussten Teilnehmern. Ein Verschieben war nicht möglich, da Käferholz zeitnah aus dem Wald entfernt werden muss. Unfallverhütung, Kranfunktionen und andere wichtige Details standen bei der Schulung auf der Agenda der rund 20 zukünftigen Benutzer.
Durchgeführt hat die Schulung Lars Radtke von Stepafarmkran Vertrieb Deutschland. „Das ist der Neueste von insgesamt acht Rückewagen, davon sind vier mit Druckluft“, erklärte Lautner. „Es ist ein innovativer Wagen mit vielen Verbesserungen. Wir haben es zur rechten Zeit entschieden“, freut er sich Lautner. Eigentümer des 45 000 € teuren Steindl-Palfinger Rückewagens aus Österreich ist die FBG Pegnitz.

Innenverlegte Schläuche

Mathias Fuchs von der Landtechnik Stenglein aus Breitenlesau, die den Zuschlag bekommen hatten, stellte beim Rückewagen Stepa C12 und dem Forstkran FL 6285 den komfortablen Arbeitsradius und das feinfühligere Fahren in den Vordergrund. Vertriebsmann Radtke nannte zudem weitere Vorteile, wie innenliegende Schläuche, Schnittgutwanne, ein Kranlicht, die transportable Steuerung und den neuen Hexagonal Profilrahmen. „Das Doppelteleskop am Kran spart Zeit“, sagte er und zeigte die 8,50 m Reichweite.

Für Lautner ist es ein großes Thema, die FBG-Mitglieder zu unterstützen, damit die Waldarbeit nicht so anstrengend ist. Derzeit hat die FBG 1700 Mitglieder bei 10 000 ha Waldfläche. „Wichtig ist, dass in schwieriger Zeit die Fördergelder gut angelegt sind, die Waldpflege technisiert ist, die Käferbestände entnommen werden und der Mischwald für die Zukunft gebaut wird“, skizzierte Lautner. Die FBG erhielt eine Förderung von 40 % auf die Nettosumme des neuen Rückewagens.
„Bei der Entfernung des Borkenkäferholzes muss auch weiterhin unterstützt werden“, bilanzierte Lautner. Ebenso sei bei der thermischen Verwertung des Holzes auch in Zukunft die Politik gefordert. Lautner dankte in diesem Zusammenhang auch dem langjährigen Stationswart Hermann Schmitt und dessen Sohn Alexander, auf deren attraktivem Gelände die Einweisung stattfand, für ihr zuverlässiges und stetiges Engagement.

Waldarbeit ist wegen des Borkenkäfers rechtlich geboten

Stefan Failner von der fachlichen Beratung der FBG nutzte die Gelegenheit, über Waldarbeit in Coronazeiten und Holzpreise zu informieren. Er sagte, dass in der Pandemiezeit die Waldarbeit weiter möglich ist, ja sogar wegen des Borkenkäfers rechtlich geboten ist. Auch Nachbarschaftshilfen mit einem 1,50 m großen Sicherheitsabstand sind möglich. Zum Holzmarkt sagte er, dass die Preise gefallen sind, wie nie dagewesen. Die Sägewerke bekommen im Moment keine Ware heraus, erklärte Failner. Käferholz liege bei 21 bis 30 € pro fm.

Die Unternehmerkosten übertreffen in den meisten Fällen die Holzerlöse. Eine lukrative Geschichte wären im Moment die Wiederaufforstung, die Fördersätze für Naturverjüngung und die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung. Wer Interesse an Maßnahmen hat, solle sich bei ihm oder seinem zuständigen Revierleiter melden, sagte forstlicher Berater Failner.