Kalamitäten

FBG Neustadt-Uffenheim will „Wald vor Wild“ umsetzen

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am Mittwoch, 27.02.2019 - 14:16

Borkenkäferschäden, Kiefernsterben, Sturmschäden, Wildverbiss und dann auch noch der Klimawandel.

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Ipsheim/Lks. Neustadt/Aisch–Bad Windsheim Borkenkäferschäden, Kiefernsterben, Sturmschäden, Wildverbiss und dann auch noch der Klimawandel: Für die Waldbesitzer gibt es aktuell wegen der abgestürzten Holzpreise und der Sorge, dass die Borkenkäfer in diesem Frühjahr noch stärker zuschlagen könnten, reichlich Probleme. Trotzdem lag der Schwerpunkt der Jahresversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt-Uffenheim darauf, einen Blick in die fernere Zukunft zu werfen, denn Vorgänge im Wald betreffen längere Zeiträume.

Deshalb hatte Vorsitzender Christian Göttfert ein Referat von Professor Dr. Manfred Schölch aus Triesdorf über die Chancen, Grenzen und Risiken des Waldumbaus im Klimawandel in den Mittelpunkt gerückt. Eingangs machte er mit Bildern aus Kanada deutlich, dass auch ein völlig unberührt gebliebener Wald nicht davor gefeit sei, durch Feuer oder Schädlinge verloren zu gehen.Schölch zeigte auf, dass Risiken für Baumbestände durch die Waldpflege verringert werden können, wenn rechtzeitig Bäume herausgenommen und mehr Laubbaumarten eingebracht werden. In dünneren Beständen wachsen die Bäume besser und erzielen dann auch höhere Preise, so das Ergebnis von Untersuchungen. Der Vorteil von Mischungen sei, dass beispielsweise die Fichte Ertrag und die Buche Sicherheit bringe.
Letztlich empfahl er eine Mischung 50:50 von Laub- und Nadelbäumen. Auf mittleren Standorten würde er für einen nadelholzreichen Standort 40 % Fichte, je 20 % Douglasie und Weißtanne sowie 20 % Laubbäume und hier wiederum hauptsächlich Rotbuche empfehlen.
Äußerst klar votierte der Professor für den Grundsatz Wald vor Wild. Im Landkreis sei der Wildverbiss seit Jahren weit höher als für eine Naturverjüngung zuträglich. FBG-Vorsitzender Christian Göttfert sagte: „Ein weiter so kann es nicht geben.“
Nach Angaben von Geschäftsführer Hans Götz haben die 2289 Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft und einer Waldfläche von 27 944 ha letztes Jahr 55 356 fm Holz verkauft. Um Jungpflanzen vor Wildverbiss zu schützen, wurden 453 Rollen Zaun für 24 104 € und 2325 Stück Wuchshüllen für 4301 € von den Mitgliedern bezogen. Fritz Arnold