Diskussion

Familienbetriebe sind das Fundament

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Redaktion Wochenblatt
am Donnerstag, 16.09.2021 - 13:57

Die BBV-Kreisvorstandschaft Würzburg suchte das Gespräch mit den Bundestagskandidaten. Es gab viel zu diskutieren.

Unterpleichfeld/Lks. Würzburg Auf dem Betrieb, den die Würzburger Kreisbäuerin Martina Wild gemeinsam mit ihrer Familie bewirtschaftet, trafen sich die Bundestagskandidatinnen und Bundestagskandidaten des Wahlkreises Würzburg und die Vertreter des BBV Würzburg zu einem gemeinsamen Gespräch. Der Einladung waren neben den Bundestagsabgeordneten Paul Lehrieder (CSU), Prof. Andrew Ullmann (FDP) und Simone Barrientos (Die Linken) auch die Kandidaten Freya Altenhöner (SPD), Sebastian Hansen (Bündnis 90/Grüne) und Robert Starosta (Freie Wähler) gefolgt.

Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung des landwirtschaftlichen Betriebs der Familie Wild in Unterpleichfeld bei Würzburg, setzte man sich im örtlichen Pfarrheim zum Gespräch zusammen. Als Gesprächsgrundlage dienten die Wahlanliegen des Bayerischen Bauernverbandes, die in zehn Kernforderungen unter anderem zur Tierhaltung, der Energiewende und der Agrarpolitik manifestiert sind.

Die Kandidaten bezogen Stellung

„Wie stehen Sie zur Landwirtschaft? Wie können Sie uns Landwirte unterstützen? Wünschen Sie sich überhaupt noch eine regionale Landwirtschaft?“ Diese teils provokanten Fragen galt es zu beantworten. Die Kandidaten nahmen daraufhin Stellung. Allen ist eine heimische Landwirtschaft wichtig und erhaltenswert, so die einhellige Meinung. Allerdings müsse sich die Landwirtschaft ändern und weiterentwickeln. Dies entspreche den gesamtgesellschaftlichen Wünschen.

So sei beispielsweise angesichts des Klimawandels mehr Ökologie gewünscht. „Wir können die gewünschten ökologischen Produkte problemlos erzeugen und liefern. Sie müssen dann aber auch konsumiert werden. Und das ist – wie aktuelle Verbrauchsstudien zeigen – nicht der Fall“, sagte BBV-Kreisobmann Michael Stolzenberger. „Die Forderung nach 30 % ökologischer Landwirtschaft bei einer gleichzeitig stagnierenden geringen Nachfrage hat planwirtschaftliche Tendenzen und ist zum Scheitern verurteilt“, warnten die BBV-Vertreter.

Über das Höfesterben diskutiert

Der Strukturwandel und das damit verbundene Höfesterben war ein weiterer Diskussionspunkt. Viele Betriebe stehen ohne Hofnachfolger da, auch weil Eltern ihren Kindern derzeit nicht zur Übernahme des Hofes raten können.

„Es fehlt an Planungssicherheit und verlässlichen Rahmenbedingungen“, fasste BBV-Geschäftsführer Wilfried Distler zusammen. „Gibt es keine Hofnachfolger, ist auch das über Generationen hinweg erlernte Know-how verloren.“

Vor der Abschlussrunde, in der jeder Kandidat in drei knappen Sätzen seine Vorstellungen zur Zukunft der Landwirtschaft darlegen konnte, wies BBV-Kreisbäuerin Martina Wild noch einmal eindringlich auf die Notwendigkeit der Unterstützung der Landwirtschaft durch die Politik hin. „Lassen Sie die Bäuerinnen und Bauern nicht allein“, forderte die Kreisbäuerin.

Ein Artikel auf Basis einer Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbandes.