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Familie Werner bietet Spargel to go an

IMG_0531 v.l. Christine Werner, Rosi Kraus, Katrin und Markus Werner,
Franz Galster
am Montag, 07.06.2021 - 08:59

Markus und Katrin Werner bauen in Poxdorf Spargel an. Nur sporadisch werden sie von Erntehelfern unterstützt.

Poxdorf/Lks. Forchheim Einen Einblick in die laufende Spargelsaison wollte sich BBV-Kreisbäuerin Rosi Kraus zusammen mit ihrer Stellvertreterin Christine Werner für die Landfrauen verschaffen. Dazu besuchten sie den landwirtschaftlichen Betrieb von Markus und Katrin Werner in Poxdorf, Landkreis Forchheim. Die Spargelernte erstreckt sich in Franken über etwa drei Monate. Sie begann dieses Jahr aufgrund der kühlen Witterung Ende April drei Wochen später als üblich.

Mit einer Spargelanbaufläche von einem Hektar zählt der Hof selbst in der kleinstrukturierten Landwirtschaft Frankens zu den kleinen Anbauern. „Verdienten früher in Poxdorf einst acht Spargelbauern ihr Geld, so sind wir heute der einzige Hof im Ort, der diese aufwändige Arbeit noch macht“, erläutert Markus Werner.

Bewirtschaftung im Familienbetrieb

„Es nimmt zwei bis drei Jahre in Anspruch, bis wir eine Vollernte erwarten können“, sagt seine Frau Katrin, stellvertretende Ortsbäuerin von Poxdorf. Dazu wird der Boden bis zu 50 cm für das Beet gepflügt und die Spargelpflanze etwa 20 cm tief gepflanzt. Die Bewirtschaftung erfolgt im reinen Familienbetrieb. Nur sporadisch kommen Erntehelfer dazu.

Am Beet demonstrieren Markus und Katrin Werner das Spargelstechen, eine körperlich anstrengende Arbeit, die Idealismus und Ausdauer erfordert. Einheimische Hilfskräfte sind rar. „Unser Spargel soll einen leichten Geschmack haben, so wie ihn unser Sandboden hergibt“, führt Markus Werner aus. Ohne Folienabdeckung weist der Spargel durch die Sonneneinstrahlung teils lila-grüne Köpfe auf. Er galt früher oft als minderwertiger. Heute weiß man, dass er aufgrund des hohen Gehalts von Anthocyan als Krebsprophylaxe wertvoll ist.

Ein Feld von einem Hektar mit Spargel zu bewirtschaften – damit stößt ein Familienbetrieb wie der von Werners an seine Kapazitätsgrenzen. Da ist es für die Oma selbstverständlich, dass sie zusammen mit einer Helferin den Spargel in einer Maschine reinigt und zum Verkauf vorbereitet.

Privater Kundenkreis ist ein Vorteil

Durch die Corona-Pandemie und der damit weitgehend geschlossenen Gastronomie fällt vorübergehend ein wesentlicher Absatzmarkt in Deutschland weg. Der große private Kundenkreis erweist sich hier wieder als Vorteil für Direktvermarkter wie die Familie Werner.

Ist die Erntezeit vorbei nimmt Katrin einen Teilzeitjob im nahen Forchheim zur Aufbesserung des Einkommens wahr. Gleichzeitig werden auf dem Hof für die Selbstvermarktung unter anderem 200 Gänse, 200 Hähnchen, 300 Enten, Schafe und Ziegen aufgezogen. Entsprechende Ausbildung und moderne Einrichtungen sind dazu vorhanden.

Laut Auskunft von Konrad Schrottenloher vom Amt für Landwirtschaft Bamberg produzieren im Landkreis Bamberg noch 21 Betriebe Spargel. Die gesamte Anbaufläche beträgt 11,18 ha mit einer Spannweite von 0,4 ha bis 4,46 ha. Die Flächen finden sich entlang der Regnitz, der Sandachse, zwischen Strullendorf und Altendorf, sowie zwischen Hallstadt und Oberhaid. Im Vergleich dazu zählt der Landkreis Forchheim 25 Anbauer mit insgesamt 25,03 ha im Raum zwischen Eggolsheim, Hallerndorf, Hausen und Poxdorf. In Bayern liegen die Durchschnittswerte in den Ertragsjahren bei 650 kg/ha und Jahr bei einer Gesamtnutzungsdauer bei Spargelkulturen von 10 Jahren, davon 8 Ertragsjahren. Die Durchschnittspreise über alle Ertragsklassen bewegten sich im Schnitt bei circa 7,70 €/kg. Dabei gibt es große Spannbreiten, je nach Erntezeitpunkt. Rosi Kraus ergänzte, dass in Deutschland insgesamt etwa 1600 Betriebe Spargel anbauen. Schwerpunkte sind Baden-Württemberg und Niedersachsen. Die Gesamtanbaufläche beträgt in Deutschland 22 974 ha.

Gerichte mit Spargel im Angebot

Zu Spargelgerichten gehören außerdem die geeigneten Kartoffeln, wie Katrin Werner ausführt. Sie erwähnt beispielhaft dazu die Sorte Agria, die als Lagerkartoffel einen besonders guten Geschmack entwickelt und sich ideal zu leckeren Spargelgerichten eignet. „Diese lokal angebauten Kartoffeln sind besser geeignet als Frühkartoffeln, die von weit her aus dem Ausland importiert werden müssen“, ergänzt Christine Werner. Kraus schwärmt von den leckeren Gerichten, die mit dem Spargel verbunden sind. Jeden Freitag bietet die Familie Werner vom Hof weg Gerichte wie Spargelpizza, Spargelflammkuchen, Spargelsalat und Spargelsuppe an.