Wald

Exkursion zur Mutter des Waldes

Buchenwald-Aspertshofen_LF
Pressebericht Marlene Mortler MdEP
am Montag, 06.07.2020 - 09:25

FBG Nürnberger Land und Marlene Mortler auf Vor-Ort-Termin in den Buchenwald bei Aspertshofen.

Zum „Tag der Buchenwälder“, der dieses Jahr zum ersten Mal am 25. Juni stattfand, unternahm die Europaabgeordente Marlene Mortler mit der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Nürnberger Land eine Exkursion in den Buchenwald bei Aspertshofen. Anschließend besuchte die CSU-Politikerin „Die Möbelmacher“ in Unterkrumbach.

Die Buche gilt als Mutter des Waldes – ginge es rein nach der Natur, wäre Deutschland vermutlich weitgehend von Buchenwäldern bedeckt. Und das zu Recht: „Die Buche ist der typische Waldbaum Mitteleuropas, denn sie ist besonders gut an die hiesigen Klima- und Bodenbedingungen angepasst. Sie erträgt viel Schatten und führt das Niederschlagswasser ähnlich wie ein Trichter nach innen zum Stamm“, erklärte Richard Sperber, Vorsitzender der FBG Nürnberger Land.

Für den Waldboden sowie für Würmer, Schnecken, Asseln, Insekten, Pilze und unzählige Mikroben sei das Buchenlaub ein wichtiger Nährstofflieferant. Sperber sagte aber auch, wo der Schuh drückt: In vielen Teilen Nordbayerns leiden die Wälder massiv unter der Trockenheit.

„Und wir haben Probleme mit der Jagd beim Waldumbau“, erklärte FBG-Geschäftsführer Michael Müller. Der Umbau der stark geschädigten Nadelwaldbestände hin zu klimatolerantem Mischwald sei bei starkem Wildverbiss fast nicht möglich. „Außerdem müssen wir uns Gedanken machen, wie wir zukünftig das Laubholz verwerten, denn 80 bis 90 % landen derzeit als Brennholz oder Hackschnitzel im Energiebereich. Bessere Verwertungsmöglichkeiten seien gesucht.

Dekoratives Möbelholz

Möbelbauer schätzten Buchenholz sehr, weil es besonders hart und langlebig ist, was sich vor allem bei Tischen und Küchen bewährt. Dies bewies der Besuch bei der Familie „Die Möbelmacher“ in Unterkrumbach. „Wir verarbeiten hauptsächlich das Hartholz der FBG aus dem Nürnberger Land und aus anderen fränkischen Quellen“, erklärte Geschäftsführer Herwig Danzer. „Buchenholz ist feinporig, homogen strukturiert und ohne auffällige Zeichnung. Das mittelschwere bis schwere Holz besitzt eine hohe Abriebfestigkeit und ist besonders mit seinem markanten roten Kern sehr dekorativ.“

Angesichts des Klimawandels gilt die Buche als eine der wichtigsten Baumarten in unseren Wäldern. „Im klimagerechten Waldumbau nimmt sie eine besondere Stellung ein. Dank ihrer Schattentoleranz und Klimaelastizität ist die Buche die ideale Baumart für den Umbau labiler Fichten- und Kiefernbestände. Und sie speichert viel Kohlenstoffdioxid“, so Mortler.

Deutschland komme eine besondere Verantwortung zu, denn von Natur aus wären etwa 70 % der Landfläche von Buchenwäldern bedeckt. Zwar seien zwei Drittel dieser Buchenwälder bei der Besiedlung in den letzten Jahrhunderten gerodet worden, um Acker-, Weide-, Verkehrs- und Siedlungsflächen zu schaffen. Mit 16 % ist die Buche aber nach wie vor die wichtigste Laubbaumart in deutschen Wäldern.