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Schöffelfelder Jungbauerntag

Ernährungssicherheit im Fokus

Ein kleiner Festzug bewegte sich vom Gottesdienst in der St.-Jakobus-Kirche zum Königsfelder Jurabauerntag im Schleuppner-Saal.
Stephan Herbert Fuchs
am Dienstag, 18.10.2022 - 13:26

Als „unverantwortlich, ideologisch und gegen das eigene Volk gerichtet“ kritisiert Martin Schöffel, Landtagsabgeordneter aus Wunsiedel, die Politik der Bundesregierung.

Vor der Erntekrone beim Königsfelder Jurabauerntag: (v. l.) Bürgermeister Norbert Grasse, Abgeordneter Martin Schöffel, Kreisobmann Tobias Kemmer, BBV-Geschäftsführer Werner Nützel und stv. oberfränkischer BBV-Bezirkspräsident Michael Bienlein.

Königsfeld/Lks. Bamberg  „Wir dürfen bei der Nahrungsmittelversorgung auf keinen Fall im eine ähnliche Situation kommen, wie bei der Energie“, sagte Schöffel beim Königsfelder Jurabauerntag.

Zum einen profitierten die Bauern mit Ausnahme des Schweinebereichs von der weltweit aktuell riesigen Nachfrage nach Lebensmitteln durch höhere Erzeugerpreise. Zum anderen stünden Auflagen im Raum, die man sich jetzt nicht leisten könne und dürfe. Die geforderten Flächenstilllegungen gehörten genauso dazu, wie das drohende Verbot von Pflanzenschutzmitteln in sensiblen Gebieten. „In einer Zeit von Dürren, Inflation, Unsicherheiten und Krisen auf der ganzen Welt muss es darum gehen, Sicherheit bei der Ernährung herzustellen“, sagte Schöffel.

Kritik an Timmermans

Vor allem die Vorschläge des stellvertretenden EU-Kommissionspräsidenten Frans Timmermans ernteten bei Schöffel Kritik. Die Stilllegungspläne würden bedeuten, dass die Produktion hierzulande um 20 % zurückgehen würde und Deutschland auf Importe aus dem Ausland angewiesen sei. Auch in den Wäldern dürfe es keine Stilllegungen geben. „Wir wollen keine Wildnis“, sagte Schöffel. Bewirtschaftete Wälder hätten erwiesenermaßen die gleiche Artenvielfalt aufzuweisen, wie unbewirtschaftete Wälder.

Trotz aller Krisen freute sich der neue Kreisobmann Tobias Kemmer, dass der Königsfelder Jurabauerntag nach drei Jahren Pause überhaupt wieder stattfinden konnte. Bei allen Schwierigkeiten sollte man sich auch über fruchtbare Böden und regionale Lebensmittel freuen. Gleichwohl hätten im Bamberger Land besonders der Mais, die Sonnenblumen, Zuckerrüben und Soja unter der anhaltenden Trockenheit gelitten.

Bauern brauchen Verlässlichkeit

Die Bauern bräuchten aber auch Verlässlichkeit, betonte der oberfränkische BBV-Vizepräsident Michael Bienlein aus Lichtenfels. Jetzt werde gesät, aber niemand wisse, was er ernte und wie viel er davon bekomme, so Bienlein. Er sprach sich gegen die Pläne aus, Pflanzenschutzmittel in sensiblen Gebieten zu verbieten. „Wir schützen die Pflanzen doch deswegen, weil wir sie gesund erhalten wollen und als Nahrungsmittel und Futter für die Tiere brauchen.“

Auch der Königsfelder Bürgermeister Norbert Grasser wusste von den Problemen der Bauern. Die gesamte Bevölkerung habe derzeit Befürchtungen, beispielsweise, dass die Wohnungen im Winter kalt bleiben, sagte der Bürgermeister.