Anbau

Erdbeersaison startete mit Verspätung

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Redaktion Wochenblatt
am Freitag, 11.06.2021 - 10:44

Über zwei Wochen später als im Vorjahr begann in Teilen Frankens die Ernte. Das liegt insbesondere an den kühlen Temperaturen.

Kitzingen Die Erdbeersaison in Franken startete mit deutlicher Verspätung. Anfang Juni – und damit über zwei Wochen später als im Vorjahr – begann in vielen Regionen Frankens die Erdbeerernte aus verfrühten Freilandkulturen.

Ursächlich hierfür sind die ungewohnt kühlen Temperaturen im April und Mai. Im Gegensatz zur eher trockenen Frühjahrswitterung der letzten Jahre sind heuer während der Fruchtentwicklung der Erdbeeren ausreichend Niederschläge gefallen. Allerdings hatten die Obstbauern auch in diesem Jahr wieder mit mehreren Spätfrostereignissen zu kämpfen.

Die Haupternte in den fränkischen Anbaugebieten wird dann ab Mitte Juni einsetzen. In Franken werden Erdbeeren auf etwa 500 ha von 200 landwirtschaftlichen Betrieben angebaut.

Anbau in Folientunneln nahm zu

Fränkische Erdbeeren aus Wandertunneln sind bereits seit der ersten Maiwoche erhältlich. Der Anbau in diesen Folientunneln hat in den letzten Jahren zugenommen. Das liegt am deutlichen Verfrühungseffekt von circa vier Wochen zur Freilandernte, sowie am besseren Schutz gegenüber Spätfrösten, Dauerregen und andere Witterungsextremen. Weiterhin kann die hohe Nachfrage nach heimischen Erdbeeren über einen längeren Zeitraum bedient werden.

Die Sortenvielfalt bei Erdbeeren ist sehr groß (man schätzt über 1000 Sorten). Zwischen dem Reifebeginn der frühesten und der spätesten Sorte liegen etwa 4 Wochen. Wichtige Sorten im Anbau sind Clery, Sonata, Elsanta oder auch die sehr spät reifende Sorte Malwina.

Die Erdbeer-Saison in Franken startet mit leichter Verspätung. Sehen Sie hier ein Video aus dem Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim zum Thema:

Gegenüber den bereits seit Jahresanfang im Handel verfügbaren Erdbeeren aus Südeuropa haben Früchte aus der Region wichtige Vorzüge aufzuweisen. Während es bei Ware aus anderen Gegenden mehrere Tage dauern kann, bis die Erdbeere vom Erzeuger zum Verbraucher gelangt, können fränkische Früchte noch am Erntetag verzehrt werden. Die fränkischen Obstbauern können ihre Erdbeeren daher auch im optimalen Reifezustand ernten. Nur reife Früchte schmecken wirklich gut. Kurze Transportwege kommen auch der Umwelt zugute.

Übrigens: Die Erdbeere stammt nicht von der heimischen Walderdbeere ab, sondern ist als zufällige Kreuzung aus zwei amerikanischen Wilderdbeersorten entstanden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Im Hofladen der Erdbeer-Ranch im unterfränkischen Alzenau im Landkreis Aschaffenburg haben Erdbeeren gerade Hochsaison.